Wir haben einen neuen Bischof und an ihn werden viele Erwartungen gerichtet. 

Dabei denke ich oftmals: Schön, was er alles tu soll! Soll er was machen - und beim kleinsten Fehlentscheid, oder Entscheid, der uns nicht passt, machen wir ihn fertig! So wie Bischof Joseph M. Bonnemain jetzt in den Himmel gehoben wird, so wird er  gezwungenermassen tief fallen. Denn er muss dermassen viel verändern, dass er zig-Personen auf die Füsse treten wird - und das werden die meisten nicht gerne haben. Es ist die grosse Frage darum: Hat er die Kraft und den Mut dies zu machen? 

Bischof Amedée Grab ist damals mit seinem Weg gescheitert: er wollte beruhigen, austarieren und dem Nachfolger so die Wege bereiten. Er konnte nicht damit rechnen, dass die Beruhigung nicht genutzt wurde.

Also muss Joseph M. Bonnemain handeln - und kann nicht nur beruhigen.

Doch die Frage ist, ob auch wir handeln wollen und Veränderungen möchten?

Wir haben 1 Bistum, 3 Generalvikariate und 7 (!) Kantonalkirchen. In den jeweiligen Kantonalkirchen (besser gesagt: öffentlich-rechtlichen Körperschaften der Kantone xy) haben wir dermassen verschiedene Regelungen und Bestimmungen, die keine Einheit darstellen.

Die ausgeprägtesten Formen sind:

- Stimmrecht für Ausländerinnen und Ausländer: Kantone haben dies, andere nicht.
- Einsitzregelungen in Gremien
- Lohnreglemente und damit Anstellungsbedingungen

Es ist ein Bistum! Wäre es nicht Aufgabe dann auch in den Körperschaften für Vereinheitlichungen sich einzusetzen? Zumindest innerhalb des jeweiligen Generalvikariates?

Na ja. Ich höre schon die Reaktionen: wir leben in der Schweiz mit Kantönligeist und Selbständigkeit usw. - Doch wir sind 1 Bistum, Teil einer Kirche und Glaubensgemeinschaft. 

Delegieren wir nicht alles auf den Bischof. Leisten wir selber unseren Beitrag - für die Gemeinschaft, nicht für uns selber oder für die Eigeninteressen/Eigendarstellungen!

 

Am 19. März 2021 wurde Bischof Joseph Bonnemain zum neuen Bischof von Chur geweiht. Statt über ihn zu schreiben, finden Sie hier das Interview, das er mit dem Schweizer Radio geführt hat.

Auf der homepage zu diesem Interview schreibt SRF:

Was hat Bischof Bonnemain vor? Neuer Churer Bischof bekennt Farbe – zu Zürich und zu Frauen

Der Churer Bischof Joseph Bonnemain bezieht Stellung. Ja sagt er zu einer zweiten Kathedrale in Zürich. Jein zu Frauen im Priesteramt.

Darauf angesprochen sagt der 72-Jährige in der Samstagsrundschau von Radio SRF: «Das sage ich seit 25 Jahren: Der Bischof sollte dort sein, wo die Mehrheit der Männer und Frauen des Bistums wohnen und leben.» Er selber pendelt schon seit 40 Jahren fürs Bistum zwischen Zürich und Chur hin und her, wobei sein Hauptwohnsitz bisher in Zürich war.

Zweiter Bischofssitz in Zürich?

Jetzt könnte er den zweiten Bischofssitz vorantreiben. Doch er beschwichtigt: «Die Diözese braucht nicht zwingend einen zweiten Bischofssitz – sondern einen Bischof, der überall sitzt!» Wichtiger ist seines Erachtens die Frage, ob Zürich eine Konkathedrale bekommt, also eine offizielle Leitungsstelle, wie es sie bisher nur in Chur gibt. Hierzu sagt er: «Es ist nicht ausgeschlossen, dass eine Zürcher Kirche mit der Zeit eine Konkathedrale werden könnte.»

Will er das noch in seiner 5-jährigen Amtszeit als Churer Bischof erreichen? Bonnemain: «Es würde mich freuen, wenn das stattfände, bevor ich mich dann zurückziehen werde.» Aber: «Das ist nicht die erste Priorität!» Er will sich nämlich nicht primär mit der Institution befassen und mahnt auch den Zürcher Flügel, sich nicht mit sich selbst und dieser Frage der institutionellen Aufwertung zu beschäftigen. Es gelte, die Menschen ins Zentrum zu stellen. Seine Botschaft an die Zürcherinnen und Zürcher bezüglich Konkathedrale ist dann aber doch: «Ich werde mich mit der Zeit dafür einsetzen.»

Zögern bei Personalentscheiden

Joseph Bonnemain kann als neuer Bischof von Chur zentrale Positionen im Bistum neu vergeben, etwa Generalvikare ernennen: «Das Wichtigste, das ich brauche, ist ein Team, das meine Vision mit mir teilt.» Die Leute in seinem Team müssten keineswegs alle gleich ticken, betont Bonnemain. Aber die gemeinsame Vision sei wichtig: Die Kirche sei für die Menschen da, nicht umgekehrt.

Bleibt die Frage, wie er mit seinen Gegnern vor Ort umgehen wird: Mit mächtigen Würdenträgern, die sich gegen ihn als Bischof gestellt hatten. Joseph Bonnemain streckte die Hand zur Versöhnung aus und lud auch sie zur Bischofsweihe ein. Doch mehrere blieben demonstrativ fern. Darauf angesprochen sagt Bonnemain: «Ich denke, dass sie vielleicht ein bisschen mehr Zeit brauchen. Aber die Hand bleibt ausgestreckt.»

Frauen ins Priesteramt?

Während der Bischofsweihe setzte Bonnemain zahlreiche Frauen für wichtige Funktionen ein und machte sie so sichtbar. «Sie sind mehr als die Hälfte des Bistums, und was sie beitragen ist viel wichtiger als das, was die Männer beitragen», so seine Begründung.

«Die Frauen sollten überall mitwirken und mitentscheiden können», sagt er, obwohl in der katholischen Kirche zahlreichen Ämter und Funktionen noch immer den Männern vorbehalten sind. «Genau deshalb haben wir noch Nachholbedarf!».

Auf die Frage, ob er sich also auch Priesterinnen vorstellen könnte, weicht er aus und verweist auf Rom: Als Bischof wolle er die Haltung des Papstes mittragen. Dieser wolle Schritte in die richtige Richtung tun: «Es braucht eine starke Entwicklung: Wir sind mitten in einem Prozess.» Und weiter: «Ich möchte mit dem Papst diesen Prozess mitgehen, aber ohne die Grenzen zu überspringen, die er je nachdem setzt.»

Sie finden hier das Interview mit Bischof Joseph M. Bonnemain

Der Kantonsheilige des Kantons Glarus nennt sich Fridolin und dessen Gedenktag ist heute am 6. März. Manche sagen, dass der Kanton Glarus auch von ihm habe. Denn Fridolin hat den Hilarius verkündet und seine christliche Botschaft. Wenn man Hilarius nicht korrekt ausspricht, kann es schon mal heissen "Glaris", "Glarius" - und manche meinen der Name komme von der Bedeutung "hell" "Lichtung". Eigentlich spielt dies auch keine Rolle.

Für mich viel entscheidender ist die Legende von Fridolin, wie er das Grundstück geschenkt bekommt und niemand ihm glaubt. Seinem Wort wird nicht geglaubt. Auch Landolf, der Bruder des Schenkenden, glaubt es nicht und wehrt sich mit allen Mitteln dagegen. Das Wort von Fridolin zählt nicht. Sie landen vor Gericht und Landolf meint wirklich gewinnen zu können.

Fridolin hat angeblich keine Zeugen für die Schenkung. Er betet und betet.
So landet er schliesslich vor Gericht und auch hier wird seinem Wort nicht geglaubt.

Gemäss der Legende steigt der Schenkende, Urso, aus seinem Grab und nimmt vor Gericht Stellung für Fridolin und bestätigt das Wort der Schenkung. Landolf akzeptiert dies nun.

Es ist eine schöne Legende mit einer grossen Frage an unser aller Leben. Auf wessen Wort vertrauen wir und verlassen wir uns? Welches Wort nehmen wir ernst?

Und die andere Frage: Wird Unwahrheit zur Wahrheit, wenn sie oftmals wiederholt wird?

Unsere Gesellschaft leidet hierunter! 

Sehr wünsche ich Ihnen allen, dass Sie wieder lernen auf Worte des Mitmenschen vertrauen zu können. 

Damit würden Intrigen, FakeNewus, Fehlleitungen und Fehleintscheidungen vermieden. 

Unsere Gesellschaft braucht wieder Worte, auf die Verlass ist. Ehrlichkeit und Offenheit. Nicht Geheimniskrämerei sondern Klarheit und auch Direktheit.

Alles Gute

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Pfarrer Kurt Vogt
Pfarrer in Näfels GL

Zum Seitenanfang
JSN Blank template designed by JoomlaShine.com