Am Freitag, 14. Juni 2019, war Frauenstreiktag in der Schweiz angesagt.

Man kann unterschiedlicher Ansicht über diesen Tag sein. Doch eines muss Frau und Mann sich bewusst sein, dass die Forderungen an die Politik nur das eine ist. Es geht auch um das eigene Verhalten und um die 4. Macht im Staat.

Es ist schon erstaunlich und befremdlich wie die Medien über diesen Tag berichten und die Forderungen an den Staat kommentieren. Und dabei sie auch sehr negativ über die Politikerinnen und Politiker berichten.

Doch was machen die Medien, ob Boulevardzeitung oder seriöse Presse?
Was machen die LeserInnen und Leser, die Zuhörerinnen und Zuhörer, die Zuseherinnen und Zuseher?

Sie alle widersprechen den Anliegen des Frauenstreiks.

Beispiele gefällig?

Politikerdasein: wann wird in den Medien berichtet vom Aussehen/Kleidung des Politikers (falsche Kleidung, falsche Krawatte, falsche Frisur usw) - und wann von den Politikerinnen

Sportlerdasein: wie wird das äussere Erscheinungsbild der Frau ins Zentrum gerückt bevor ihre Leistung erwähnt wird - beim Mann genau umgekehrt....

Werbung: da muss wohl nichts gesagt werden...

Wenn die 4. Macht des Staates sich dermassen über den Frauenstreik engagiert, dann wäre es an dieser Macht selber bei sich anzufangen und hier Veränderungen zu bewegen. Ein Grossteil des Frauenbildes wird durch die 4. Macht des Staates gemacht - die Regenbogenpresse und die Boulevardmedien sind nur ein Teil davon.

Und dann müssen sich auch die Leserinnen und Leser fragen: warum kaufen wird diese Produkte überhaupt und fördern dies noch?

Wenn schon, dann überall beginnen.

Pfingsten gilt allgemein als der Geburtstag der Kirche. Es ist jener Tag an dem die Jünger, die eingeschüchtert hinter verschlossenen Türen waren, den Heiligen Geist empfingen und mutig in die Welt hinausgingen für die Botschaft Christi. Für die Botschaft des Lebens. Es ist der Geburtstag der einen Kirche, der einen Glaubensgemeinschaft, des einen Leibes Christi.

Erfreulich ist dabei das sogenannten "Sprachenwunder". Die verschiedenen Sprachen vereinen sich zu einer Sprache des Lebens und es entsteht eine Einheit aller anwesenden Personen - unabhängig davon, welcher Nationalität sie sind. Dieses Zusammenfinden zu einer Gemeinschaft ist auch ein Zeichen und eine Aufforderung zur Integration aller Menschen.

Und da stehen wir bei der Aufgabe der Kirche auch heute. Sie hat auch ihren Auftrag zur Integration beizutragen und mitzuwirken. Sie hat die Verpflichtung sich für den Leib Christi einzusetzen, der sich als Einheit darstellt und nicht als versplitterte Untergruppen, die nichts miteinander zu tun haben. In der Kirche Schweiz heisst dies sich die Frage zu stellen, wie diese Integration vonstatten gehen kann mit neuen Strukturen und neuen Konzepten. Jene Konzepte aus der Zeit der ersten Immigrantenwellen sind vorbei. So kann es nicht Pfarreien geben nach dem Sprachduktus, sondern jeweils nur die eine Pfarrei in der sich die verschiedenen Sprachgruppen finden und treffen und sich als gegenseitige Bereicherung empfinden.

Es liegt darin auch die Chance, den Priestermangel in der Schweiz mit ganz anderen Augen anzugehen - auch wenn die erste Fragestellung nach wie vor die Zulassung zu den Weihen/den Ämtern beinhaltet. Es ist auch die Frage, wie sinnvoll ist es in bestimmten Pfarreien Priester für unterschiedliche Sprachgruppen zu haben - während in anderen Pfarreien eben gar keine Priester sind.

Pfingsten ist das Fest der Kirche, des einen Leibes Christi und es ist das Fest der Wandlung, wie es in jedem Hochgebet zum Ausdruck kommt. (auch wenn die meisten Personen, auch Theologen, oftmals nur die eine Wandlung erwähnen vom Einsetzungsbericht). Im Zweiten Hochgebet lautet diese Passage: "Wir bitten dich: Schenke uns Anteil an Christi Leib und Blut, und lass uns eins werden durch den Heiligen Geist." - Ein Leib, eine Gemeinschaft. Das ist Pfingsten.

Der Monat Mai ist traditionell geprägt von den kirchlichen Berufungen und dem Gebet für die kirchliche Berufe und kirchlichen Nachwuchs. Zu oft wird dieser wunderbare Gedanke reduziert auf die Berufung von:

  1. Diakonen
  2. Priestern
  3. Klosterangehörigen

Dabei geht es um die Berufung von uns allen: Der Ruf Gottes an einen jeden von uns sich in den Dienst seiner Botschaft zu stellen.

Es ist schade, dass wir entsprechend diese Berufung oftmals gar nicht wahrnehmen und damit die katholische Kirche auch eine grosse Chance verpasst.

In meinem priesterlichen Leben bin ich vielen Frauen und Menschen begegnet, die eine Berufung haben und sich in den Dienst dieser Berufung stellen - obwohl die Amtskirche dies gar nicht wahrnimmt. Betrachten wir nur einmal die vielen Freiwilligen, die ihre Berufungen leben im Dienst an ihren Menschen und der Botschaft der Liebe. Sie besuchen Kranke, leisten Sterbenden Beistand, sind Unterstützung für Schulkinder, Begleiten Asylsuchende, Erteilen Unterricht, Pflegen und Umsorgen Behinderte, sind für ihre Familie da, wirken in Pfarreiräten und Kirchenpflegen mit, usw..

Es sind viele Berufungen, die Gott uns schenkt. Und sie lassen sich nicht auf die Berufung für die Gottesdienstgestaltung reduzieren. Es liegt an uns, dass wir all diesen Berufung ihren Stellenwert geben und sie fördern: im diakonalen Bereich, im Dienst an der Gemeinschaft, im Bereich der Verkündigung durch Tat und Wort, im Gottesdienst. Sie alle sind Zeugnis des allgemeinen Priestertums an dem wir alle Anteil haben durch die Taufe.

 

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

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