Das Hauptthema in diesen Tagen/Wochen/Monaten ist wohl der Coronavirus mit all seinen Fragen: wie gehts weiter, welche Experte hat recht, welches Land informiert richtig usw.

Dabei machen uns diese Tage auch wieder mal bewusst, was in unserer Zeit so selbstverständlich geworden ist und wir kaum mehr wahrnehmen oder schätzen. Diese Bereiche jedoch für ein gutes Miteinander nötig sind. Beginnen wir mit ein paar Bereichen:

a. der Müllmann: oft belächelt und sich um den "Dreck/Abfall" kümmernd. Doch er schaut darauf, dass der Abfall entsorgt wird, es nicht stinkt, keine Epidemien entstehen, es schön aussieht - und alles am richtigen Ort entsorgt wird.

b. Die ZeitungsträgerIn/Postbotin/e: wie oft reklamiert man über sie, dass sie ein paar Minuten zu spät sind. Doch bringen Sie uns Informationen, bringen Sie uns Briefe/Pakete - auf die wir sonst sehr lange warten müssten.

c. die Reinigungspersonen in den Häusern/Geschäften/Fabriken/Strassen: wir können uns in einem angenehmen Umfeld aufhalten, mit schönen Düften und guter Atmosphäre. Können uns hinsetzen, anlehnen, aus den Fenstern schauen usw.

d. die KrankenpflegerInnen, die Ärztinnen/e, die Sprechstundenhilfe: sie sind da um unser Leid zu lindern und zu helfen

e. die Lastwagenfahrer/Lokomotivführer/Zugbegleiter/Postautofahrer: sie helfen, dass Waren transportiert werden können und Menschen an die richtigen Orte kommen, die dorthin müssen

f. die/der KassierIn, die Verkäuferin: was machen, wenn wir nichts mehr kaufen können?

g. die Handwerker/Bauarbeiter

Und viele andere.....

Uns werden in diesen Tagen wieder die Augen geöffnet, was wirklich alles um uns geschieht. Weil es oftmals reibungslos ist, es selbstverständlich geworden ist - ist es aber nicht.

Herzlichen Dank!

Sagen Sie danke diesen Menschen

Sehr wahrscheinlich möchten Sie nichts mehr hören über den Corona-Virus. Dennoch erlaube ich mir diese wenigen Zeilen.

Die Schweizer Regierung hat als wesentliche Massnahme folgende Punkte erwähnt:

a. Hygiene mit Händewaschen

b. gesunder Abstand zum Mitmenschen - ca. 1 Meter, was der normalen Gesprächsdistanz entspricht, wenn man die Person nicht kennt.

c. körperlicher Kontakt reduzieren: keine 3-Kuss-Begrüssung, kein Händedrücken

Schaue ich dies an, dann halte ich einfach fest: es sind alles - mit Ausnahme des Händedrückens - alte Anstandsregeln......

Schauen Sie jedoch mal unsere Filme im Kino oder TV an, dann werden Sie schnell feststellen: die Gesprächsdistanz wird nicht eingehalten, überall küssen sich fremde Leute, von Waschen ist gar nicht die Rede....

Ist wirklich alles GUT, was die Medienlandschaft widerspiegelt?

Gehen wir noch weiter: wie wird in den Medien auch dargestellt, dass One-Night-Stands eine Selbstverständlichkeit ist, oder gar eingefordert ist? 

Kommen wir wieder zurück zum Menschsein mit Anstandsabstand und Schamgefühl. Kennen wir überhaupt noch das Gefühl von Scham?

 

Das lange ersehnte Abschlussdokument der Amazonas-Synode ist erschienen. Die einen sind enttäuscht - andere hell begeistert.

Was viele dabei nicht realisieren: es ging in dieser Synode zuerst einmal nicht um die Frage der Ämter, sondern vielmehr um Fragestellungen der Region von Amazonien mit der Natur/Schöpfung und dem Sozialen. Wir in Westeuropa haben dies fast vergessen und den Blick nur geöffnet für die Frage der Ämter.

Liest man nun das ganze Dokument, das Sie unten mit dem Link finden, dann darf Erstaunliches festgestellt werden, das in vielen Kommentaren schlicht und einfach nicht genannt wird:

a. Die Frage des Diakonates der Frau wird nicht angesprochen
b. Das Pflichtzölibat wird nicht erwähnt

In Punkt 86 steht: "Es ist notwendig, dass der kirchliche Dienst so gestaltet wird, dass er einer größeren Häufigkeit der Eucharistiefeier dient, auch bei den Gemeinschaften, die ganz entlegen und verborgen sind. In Aparecida konnte man die Klage vieler Amazonasgemeinden hören, die » über lange Zeit die sonntägliche Eucharistiefeier entbehren müssen «  Aber gleichzeitig werden Amtsträger gebraucht, die das Empfinden und die Kulturen des Amazonasgebietes von innen her verstehen können."

Weder kann man aus diesem Dokument ein NEIN oder ein JA zum Frauendiakonat herauslesen. Es ist auch nicht hineininterpretierbar ein JA oder NEIN zur Abschaffung des Pflichtzölibates oder der Viri Probati (Das Zölibat an sich, steht eh nicht zur Diskussion) .

Mir persönlich kommt dieses synodale Schreiben "QUERIDA AMAZONIA" vor, wie wenn Papst Franziskus im Bereich der Ämterfrage die Basis schaffen möchte für eine grundlegende Diskussion mit einer weltweiten Synode zu den Ämtern. - Es wäre schön, wenn mein Gedanke Realität würde.

Hier das ganze Dokument von Papst Franziskus in deutscher Sprache:

Abschlussdokument Amazonas-Synode

Es lohnt sich das ganze Dokument zu lesen. Die nächste Bischofssynode findet im Herbst 2022 statt.

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

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