Die Amazonassynode ist vorbei und nun gehen die Diskussionen weiter - oder haben teilweise erst richtig begonnen.

Das offizielle Abschlussdokument der Synode ist im Augenblick erst in Spanisch verfügbar. Sie finden es hier: Abschlussdokument der Amazonassynode in Spanisch

Es ist erfreulich wie die Praxis der Gläubigen als Ausgangspunkt genommen wird und zu schauen, was auf dieser Grundlage geschehen kann oder geschehen muss: in Bezug auf die Schöpfung, auf die Gesellschaft, die Kirche.

Dankbar bin ich für dieses Dokument und die darin enthaltenen Anregungen und Überlegungen. So lasse ich hier Kardinal Reinhard Marx sprechen mit seinen Worten der Pressemitteilung vom 27.10.2019:

"Durch die Synode haben das Amazonasgebiet und die dort lebenden Menschen internationale Aufmerksamkeit gefunden. Die Kulturen der indigenen Bevölkerung, aber auch die Bedrohung der Lebensbedingungen wurden intensiv erörtert. Die Synode hat gefragt, wie wir mit dem Amazonasgebiet umgehen. Ich bin deshalb unseren Hilfswerken dankbar für die vielfältigen Aktivitäten, die sie schon seit langer Zeit in der Region leisten: Sie unterstützen die Pastoral der Kirche vor Ort, fördern soziale wie schulische Projekte und tragen auch dazu bei, das gravierende Menschenrechtsverstöße nicht unbemerkt bleiben.

Die Synode ist nicht bei der Analyse der sozialen und ökologischen Probleme stehen geblieben. Es ist gut, dass das Abschlussdokument eine Reihe konkreter Punkte nennt, um die Richtung einer verantwortlichen politisch-gesellschaftlichen Entwicklung anzuzeigen. Dabei geht es zum Beispiel um Fragen nach ethisch verantwortlichen und nachhaltigen Investments, die entschlossene Entwicklung alternativer Energien, aber auch die Notwendigkeit, das herkömmliche ökonomische System auf den Prüfstand zu stellen, wie es Papst Franziskus in der Enzyklika Laudato si‘ getan hat. Wir werden als Kirche in Deutschland überlegen, welche Konsequenzen, vielleicht auch welches konkrete Projekt wir zur Bewahrung der Schöpfung über die vielen Initiativen hinaus starten können, die es schon gibt.

Froh bin ich, dass die Synode ausdrücklich in ihrer Debatte über die Seelsorge der Zukunft auch über die Rolle und neue Beteiligungsmöglichkeiten von Frauen in der Kirche und die Frage der ‚viri probati‘, also die Möglichkeit, in Beruf, Familie und Kirche bewährte Männer zu Priestern zu weihen, gesprochen hat. Diese Diskussion zeichnete sich durch eine Intensität aus, die ich so nicht erwartet hätte. Das zeigt: Es sind Fragen, die die Kirche weltweit beschäftigen. Eine Synode hat nicht die Aufgabe, hier Lösungen zu geben, aber die aufgeworfenen Fragen müssen vertieft werden und zwar auf weltkirchlicher Ebene. Die Synode hat die pastorale Situation im Amazonas verdeutlicht – eine Situation, die sich in anderen Erdteilen auch oder in ähnlicher Weise zeigt. Wir in Deutschland können von den Erfahrungen der Kirche am Amazonas lernen und zugleich einen Beitrag zum Dialog mit der Weltkirche leisten, um offene Fragen in den kommenden Jahren zu erörtern. Ausgangspunkt muss auch hier sein: Was braucht der Mensch für Leib und Seele?"

Alle 120 Punkte des Abschlussdokumentes wurden mit mehr als der erforderlichen 2/3-Mehrheit angenommen. Und es wurde wohl noch nie bei einem Bischofstreffen über die Möglichkeiten einer Priesterweihe von verheirateten Männern und für mehr kirchliche Leitungsämter für Frauen nachgedacht. Vergleichen Sie hierzu Analyse der Amazonassynode von katholisch.de

 

In unserer Gesellschaft ist viel zu hören von der Genderproblematik.Und dabei wird diskutiert über das Verhältnis der Geschlechter zueinander.

Manchmal frage ich mich dabei, welche Probleme wir uns eigentlich machen und setzen wir uns wirklich noch mit den wesentlichgen Dingen des Lebens auseinander.

Nehmen wir das einfache Beispiel der Toiletten. Soll es eine für alle geben oder schön getrennt? oder sogar eine Dritte?

Und da falle ich immer weider zurück in die Realität:
Bin ichg zB. im Ausland in den Ferien, dann gibt es oftmals in Restaurants nur 1 WC. Und wir reklamieren hierüber, dass die WC's nicht getrennt sind.
Bin ich in der Schweiz, ist die Diskussion, warum es keine Unisex-WC's gibt? und man reklamiert hierüber.

Und Daheim? Tja, da gibt es für alle oftmals nur ein WC - unabhängig ob Mann, Frau. unabhängig ob Gast oder Familienangehöriger.

Fazit: Allen recht getan ist eine Kunst die niemand kann. Und je nach Gustus will man mal dies und dann jenes.

So frage ich mich immer wieder: welche Probleme haben wir eigentlich?

Die Amazonassynode in Rom hat begonnen und viele Menschen haben sehr hohe Erwartungen an diese Versammlung. Es sind dies Erwartungen, die natürlich auch durch das Arbeitspapier gesetzt worden sind und vieler Fragen Antworten erwarten.

Sicherlich geht es in dieser Versammlung auch um die verschiedensten regionalen Fragestellungen wie der indogenen Völker in diesem Gebiet. Doch gibt es auch jene Fragen, die die ganze Weltkirche betreffen.

Dabei sind zuerst einmal zwei wesentliche Vorbemerkungen festzuhalten:

a. Es darf über alles geredet und diskutiert werden! - Dies ist gar keine Selbstverständlichkeit, da es doch auch über Jahrzehnte die Hinweise gab, dass bestimmte Fragen abschliessend geklärt seien oder darüber nicht diskutiert werden dürfe.
Es ist dies schon ein riesiger Fortschritt

b. Mit dem unter Punkt a. Festgehaltenem wird aber auch ersichtlich, dass eben alle verschiedenen Meinungen in der Kirche zur Sprache kommen - und wenn der Papst hierzu einlädt, heisst es eben auch für ihn verschiedene Meinungen anhören zu müssen/dürfen. Ein Sachverhalt, den nicht viele Päpste vor ihm akzeptiert hätten.

Und dann kommen wir eben auch zu ein paar bemerkenswerten Aussagen. Und für mich eine der wichtigsten hierbei ist die Aussage von Bischof Kräutler auf die viri probati und das Pflichtzölibat angesprochen. Seine Antwort war sinngemäss: es geht in erster Linie nicht um das Zölibat, sondern es geht um die Frage der Eucharistie. Wenn Sie die Quelle des Glaubens ist, wie können wir den Zugang dazu den Menschen so erschweren, dass er nur 1-2x im Jahr möglich ist?
Weitergesprochen heisst dies dann auch in der Frage der Stellung der Frau.

In dieser Aussage wird offensichtlich formuliert, dass die katholische Kirche acht geben muss, dass sie wegen Festhaltens an Punkt x nicht das Wesentliche des Glaubensinhaltes zerstört oder den Gläubigen verweigert.

Steht das Pflichtzölibat über den Sakramenten? Steht die Ordinationszulassung über dem Empfang der Sakramente?

Das Wesentliche rückt wieder ins Zentrum! Welche Freude!

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

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