Am 23. November 2020 wäre die Bischofswahl gewesen - und das Domkapitel hat die Wahl verweigert. Das Domkapital hat das seltene Privileg aus einer 3er-Liste zu wählen, abgelehnt. Nun ist der Papst an der Reihe und muss entscheiden. - Eigentlich paradox: wir wollen Mitsprache, und wenn man sie hat - dann wird sie delegiert.

Was das Domkapitel zu diesem eigenartigen Schritt bewogen hat, wird wohl irgendwann erfahrbar sein (eine offizielle Stellungnahme wäre wünschenswert). Welchen Schaden damit angerichtet wurde, kann im Augenblick nur erahnt werden.

Es ist erstaunlich wie nun eine Chance verpasst wurde in der schwierigen Situation des Bistums Chur endlich einen Neuanfang zu setzen.

Der Neuanfang in unserem Bistum ist nur möglich, wenn der neue Bischof alle verschiedenen Richtungen der Glaubensausrichtung in seinem Mitarbeiterstab vertreten hat. Nur dann ist eine Annäherung und ein Zusammenwachsen möglich. Nur dann können die Spaltungen überwunden werden. 

Schade, dass diese Chance verpasst wurde und damit dem neuen Bischof, der ernannt werden wird, die Arbeit noch schwieriger gemacht wird.

So stellen sich nach der Nichtwahl des Bischofs u.a. folgende Fragen:

a. Wer wird nun zum Bischof ernannt? und wann? (hoffentlich bald)
b. Was geschieht mit dem Domkapitel, das sich selber desavouiert hat? Wird es aufgelöst? Zu gross mit 24 Personen ist es sowieso.
c. Wie reagiert der Vatikan/die Kurie/der Papst auf die Ablehnung der Terna?

Beten wir für dieses Bistum und werden wir uns alle bewusst, dass es nicht um Graben-/Stellungskämpfe in der Kirche geht bei einer Bischofswahl, sondern um den Glauben und die Glaubensvermittlung.

 

 

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Pfarrer Kurt Vogt
Pfarrer in Näfels GL

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