In diesen Tagen erwarten viele Personen die Bischofswahl. Auch ich frage mich dabei, wer dies sein wird.

Sicher ist dies: wer es sein wird, wird es schwer haben. Denn alle Erwartungen können nicht erfüllt werden. Die letzten Jahre haben zu vieles im Bistum Chur zerstört.

Es sind alle gefordert dabei mitzuhelfen und dazu gehört eben auch der Bereich, dass man sich bewusst ist, welche Aufgaben wer auch hat.

Der innerkirchliche Bereich ist für den Seelsorgorbereich zuständig, für das Soziale, das Liturgische, die Koinonia. .Und hierin muss wieder vermehrt eine Perspektive gezeigt werden und eine Miteinander und Füreinander.

Die öffentlich-richtlichen Körperschaften, die sehr wichtig sind, müssen ihre Verantwortung in ihrem Bereich wahrnehmen: dh. durch die Administration mit der Finanzverwaltung (Steuereinnahmen) die Seelsorge zu ermöglichen und zu unterstützen. Sie haben jedoch keine Seelsorgekompetenzen, keine Kompetenzen bezüglich dem innerkirchlichen Bereich. Und dann müssen sich diese Organisationen auch bereit erklären ihre Strukturen an den 3 Generalvikariaten anzugleichen. und nicht jeder Kanton andere administrative Regelungen hat.

Klar ist auch, dass das Domkapital mit seinen theoretsichen 24 Mitgliedern verkleinert und verjüngert werden muss - evtl sogar Amtsprerioden eingeführt werden müssen (wie auch bei Pfarrieräten, Synodalen, Kichenpflegen usw. )

Dann muss auch die Ausländerseelsorge verändert werden und die Zusammenarbeit über die Kantone hinweg. 

Schliesslich ist die Ausbildung zu verbessern.

Ja, der neue Bischof hat viel zu tun.

Und hinter allem ist eines wichtig: In alle Gremien - ob innerkirchlich oder öffentlich-rechtliche Körperschaft - müssen Menschen gewählt und delegiert werden, die aktiv am Pfarreleben teilnehmen und so den Glauben auch in der Öffentlichkeit sichtbar zeigen.

 

 

 

Immer wieder werde ich in den letzten Tagen gefragt, wann kommt der nächste Blog? - Eigentlich war es meine Idee zu sagen, einmal pro Monat. Aber alle Regeln haben Ausnahmen, und diese treffen besonders dann ein, wenn es ums Persönliche geht, denn dann bleibt es manchmal nicht sachlich.

Ergänzend zur obigen Frage kommt dann auch die Frage, warum ich von Schlieren nach 10 Jahren weggehe?

Und die Antwort darauf ist an und für sich ziemlich einfach. 

Wir leben nicht mehr in einer Welt, wo eine Pfarrei 2-5 Priester hatte und viele kirchliche Angestellte. So muss auch jenen Personen gerecht geworden werden, die sich durch eine Person nicht angesprochen fühlen. Dann ist es die Situation, dass wir einfach nicht mehr zig Jahre als Seelsorger am gleichen Ort verbleiben. Dann ist es auch die Situation der Lebenseinstellung verbunden mit der Glaubenshaltung. 

Es ist meine Auffassung, dass wir alle in einem Bistum leben und wir eine dienende und nicht profitierende Kirche sind. Die Kirche ist nicht dazu da, dass wir uns bezahlen lassen für was auch immer und ansonsten machen wir nichts. Unsere Kirche lebt vom Glauben an Gott, der uns das Leben geschenkt hat und uns die Kraft gibt dieses zu gestalten. Freiwilligenarbeit, Ehrenamtlichen Tätigkeit begründen sich hierin und damit im Getauftsein. Während 10 Jahren habe ich versucht dies im Limmattal zu vertreten und zu verkünden.

Nun ist es einfach Zeit sich zu verändern und die gleiche Botschaft an einem anderen Ort weiterzutragen. Dies natürlich in der Hoffnung, dass das Gesäte vielleicht Blühte trägt oder sonst oder abstirbt. 

Sicherlich ist dies in der ganzen Kirche Schweiz gültig: Wir sind eine dienende und keine profitierende Kirche. Dies betrifft Einzelpersonen, Vereine, Gruppierungen, Amtspersonen.

Meinen Sie dazu noch Klarheit zu brauchen? Dann schauen Sie mal in unsere Reglemente für Freiwilligenarbeit, Ehrenamtlichen Tätigkeit, Anstellungsordnung. Wieviel wird da von Rechten gesprochen, von Ansprüchen, von Forderungen usw. - und wie wenig von Pflichten, Einstellungen, Grundhaltungen, usw. 

Als Christin und Christ haben wir nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten - ob bezahlt oder unbezahlt. 

Können Sie sich an die "alten" Zeiten erinnern? Es war eine Ehre, dass Menschen sich in ehrenamtliche Ämter berufen liessen - heute heisst es des Öfteren: keine Zeit, nicht erlaubt, Karriere usw. 

Sehr denke ich, dass wir uns alle verändern müssen und damit auch unsere Gesellschaft. 

 

 

Wie sieht es mit Ihrer Geduld oder Ungeduld aus? Mein Lieblingsgebet lautet: "Lieber Gott, schenke mir Geduld - aber sofort." - Und dann lässt er mich warten und mich Geduld üben.

Sicherlich, Geduld ist nicht meine Tugend. Doch frage ich mich auch immer wieder, ob wir wirklich so geduldig sein müssen, wie es andere einem "eintrichtern" möchten. Wir mit dem Hinweis auf "Geduld" nicht oftmals einfach ein Hinauszögern, Hinausverschieben versteckt?

Irgendwann ist doch wirklich die Geduld am Ende!

Und dann kommt der nächste Hinweis: einen Schritt nach dem anderen! - Dies ist zwar logisch, aber zwischen den Schritten sollten auch nicht Jahre sein....

Manchmal frage ich mich, was Jesus mit all den Hinweisen auf Geduld gemacht hätte? Wäre er wirklich so geduldig gewesen? Hat er nicht vielmehr Hand angelegt, wo es nötig war?
Kennen Sie eine Bibelstelle in der Jesus sagt: Ich habe jetzt keine Zeit, haben Sie Geduld, ich komme morgen oder in einer Woche wieder?

Jesus hat gehandelt, wo es nötig war und dies zeitnah, wie es heute so schön heisst. - Alles andere würde seiner Botschaft widersprechen und diese untergraben.

Wenn wir uns als Getaufte in der Nachfolge Jesu sehen, dann wünschte ich mir, dass dies auch von uns umgesetzt würde. Beispiele hierfür gibt es genug, wo dies nötig wäre:

- die Bischofswahl in Chur
- die Umsetzung des II. Vatikanischen Konzils
- Arbeitsaufträge, die erledigt werden müssen (was sagte mir letzthin jemand: "Bei mir liegt alles grundsätzlich zuerst 3 Wochen auf einem Stapel der Pendenzen. Dann beginne ich erst damit. Es ist nicht gut, wenn man es sofort macht. Das erweckt nur den Eindruck, man hätte nichts zu tun...")

Wäre nicht das andere Sprichwort motivierend: "Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen."

 

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

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