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Am 6./7. Januar 2021 ist einiges in Amerika geschehen, das dann mit dem Sturm auf das Kapitol einen negativen Höhenpunkt erlitten hat. 

Manche haben dann sehr schnell den Zeigefinger auf bestimmte Personen und ihre Seilschaften oder Gruppierungen gesetzt. Verbunden wurde dies mit dem Hinweis, dass dies schon lange begonnen hat. Gleichzeitig werden die eigenen Hände in Unschuld gewaschen.

Meine Fragen dazu, die als Anregung zu verstehen sind um sich selbst zu Hinterfragen:

- Wird nicht auch bei uns Polarisierung betrieben? Auch um Einschaltquoten/Auflagenhöhen zu stärken?
- Wie werden bei uns Diskussionen geführt? 
- Welche Artikel werden von uns gelesen: die reisserischen oder die sachlichen?
- Trennen wir noch die sachliche von der persönlichen Ebene?
- Sind wir bereit in schwierigen Fragestellungen sich mit dem ganzen Sachverhalt auseinanderzusetzen? 
- Sind wir nicht "dankbar" für spannende Schlagzeilen und lesen dann die Artikel?

Vielleicht schadet uns allen eine Selbstreflexion nichts. 

Überall auf der ganzen Welt sind wir eingeladen eine Atmosphäre zu schaffen in der sich die Wahrheit durchsetzen kann und nicht mit Füssen getreten wird. Eine Welt sind wir eingeladen zu schaffen, in der Respekt und Achtung gelebt wird.
Wehren wir uns dagegen, wenn dies nicht geschieht? Oder schauen wir auf den eigenen Profit, den eigenen Vorteil und mischen uns dann vielleicht nicht ein?

 

 

Das neue Jahr 2021 hat begonnen - auch wenn wir noch in der Weihnachtszeit stehen. 

Dabei darf man sich fragen lassen, wozu überhaupt ein neues Jahr? Könnte man nicht einfach alles beenden und aufhören? Wir hören ja fast nur noch von Einschränkungen, von Verboten, von Unerlaubtem, usw. - Die logische Konsequenz wäre eigentlich ein Verbot des Lebens, ein Verbot zu leben. - Dann haben wir alle Sorgen weg.

So dürfen wir uns die Frage stellen, wozu also ein neues Jahr, das uns geschenkt wird? Wozu das 2021?

Für die Antwort schaue ich gerne auf die Weihnachtskrippe. Hier ist Gottes Sohn sichtbar und erfahrbar. Er zeigt sich zuerst den Hirten, den einfachen Menschen, die von der damaligen Gesellschaft als Nomandenhirten am Rande standen. Ihnen macht er Hoffnung und setzt Zeichen, dass sie den Weg weitergehen und es sich lohnt sich für das Leben einzusetzen - trotz oder gerade wegen allen Widerwärtigkeiten.

Und dann zeigt sich dieses Kind den Weisen aus dem Morgenland. Sie repräsentieren die Macht in ihren verschiedensten Formen. Die Mächtigen kommen zur Krippe und huldigen dem Kinde. Sie machen damit deutlich, dass die irdische Macht und die irdischen Interessen ihre Grenzen haben und es eine grössere Macht gibt, die alles übersteigt. - Und in deren Dienst sie sich stellen lassen und sich stellen.

Diese grössere  Macht ist der Schöpfer, der sich in Liebe unser annimmt und sich mit uns solidarisiert. Es ist der Schöpfer,  der uns deutlich vor Augen führt, was wichtig im Leben ist: die Liebe, die Aufmerksamkeit, die Zuwendung, das Dasein. 

So darf ich die Antwort auf die oben gestellte Frage geben:

2021 ist uns gegeben, damit wir eingebettet in die Liebe Gottes füreinander da sind, uns Zuwendung und Aufmerksamkeit schenken.

So wünsche ich Ihnen allen ein gesegnetes und gefreutes 2021!

 

Weihnachten feiern wir vom 24.12. bis zum Fest der Taufe des Herrn - dem Sonntag nach Epiphanie/Fest der 3 Könige. Und seit vielen Jahrhunderten wird an Weihnachten eine Krippe dargestellt und damit die Szene vom Evangelisten Lukas. Wann die Krippendarstellungen wirklich entstanden sind - darüber gehen die Meinungen auseinander. Viele sagen mit dem Heiligen Franz von Assisi, der 1223 die Szene darstellte mit einem lebendigen Ochsen und einem lebendigen Esel - jedoch ohne Maria und Josef.

Können Sie sich dies vorstellen? Esel und Ochse ja - Maria und Josef nicht! So sah es zuerst Franz von Assisi. Für uns eine eigene Vorstellung und doch ist es sehr passend. Der Heilige Franziskus konzentriert sich auf das Wesentliche und die damit verbundene Botschaft: Gott wird Mensch und er kommt zu jenen, die ihren Besitzer kennen und zu jenen, die wissen, wer sie nährt.

Sie lesen richtig. Die Krippendarstellung nimmt den Bibeltext auf von Jesaja 1,3: "Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn."

Der Ochse steht für jene Menschen, die wissen zu wem sie gehören und wer ihnen das Leben geschenkt und anvertraut hat. Der Ochse ist das Zeichen der Anerkennung der Beziehung zu Gott und dass Gott unser Schöpfer ist.

Und der Esel steht für jene Menschen, die wissen, wo es Nahrung und Kraft gibt: bei der Krippe des Herrn. Es sind jene Menschen gemeint, die wissen, dass ihr Herr ihnen Nahrung gibt und diese in die Krippe legt, wo man sich bedienen kann. $

Für die heutige Zeit hat entsprechend die Darstellung mit Ochs und Esel die wichtige Fragestellung an uns, ob wir uns auch bewusst sind, zu wem wir gehören und wem wir das Leben verdanken. Und sie stellen die Frage, ob wir uns bewusst sind, wer uns wirklich die Lebenskraft gibt und uns nährt und führt.

Diese Symbolik haben wir vergessen und wir brauchen in unserer Sprache die beiden Tiere auch als "blöde, dumme" Tiere. Wie ist doch manchmal zu hören: "Du bist ein Esel. Du bist ein Ochse!" - Keiner hört diese Sätze gerne. Doch stellt sich die Frage, ob wir wirklich damit den Tieren gerecht werden und nicht wir in unserem Verhalten die "Dummen" sind, weil wir nicht anerkennen wollen, wer uns das Leben gegeben hat und wer uns nährt!

Frohe Weihnachten!

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PS: Der Esel wird es sein, der Jesus Christus nach Ägypten tragen wird....
Und eine kleine Anekdote zum Abschluss:

Als ich vor vielen Jahren im Familiengottesdienst die Kinder fragte, warum in der Krippe ein Esel steht und dieser Jesus nach Ägypten trägt? Da sagte mir ein Kind: "Herr Pfarrer, das wissen doch alle! Das wissen doch auch Sie. So dumm können sie nicht sein!" - Die ganze Kirche lachte - Auf meine Rückfrage, was denn nun die Antwort sei? Kam mit kräftiger Stimme: "Der Esel ist das einzige Tier, das ständig JA sagt - I A." - Sagen wir immer JA zur Tatsache, dass Gott uns nährt und stärkt? Der Esel - ein weises Tier.

 

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