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Kennen Sie dies?

Jemand sagt Ihnen, dass offen kommuniziert wird und alle nötigen Informationen einsehbar sind?

Wenn Sie dann hinschauen, dann stellen Sie fest, dass dies einfach Buchstaben/Worte sind und Ihnen nichts sagen.

Auf das Nachfrage erhalten Sie dann Antworten wie: "das ist geheim", "das ist alles", "das ist ein vertraulicher Bericht oder gar "das steht unter dem päpstlichen Geheimnis".

Und was machen Sie? Sie werden neugierig. Sie beginnen zu hinterfragen. Sie fragen Bekannte, Freunde usw. - und auf einmal ist aus einer kleinen Anfrage ein riesiges Theater/Problem geworden. Statt 1 Person betrifft es x-Personen.

Wie heisst es doch so schön: "Wenn du willst, dass etwas schnell erzählt wird, dann sagen Sie einfach: "das ist streng geheim, es darf niemand wissen" - und bald wissen es alle.

So frage ich mich: warum wird in unserer Gesellschaft soviel auf "Geheimhaltung" geschaut. Wir haben doch nichts zu verbergen und können dies doch sagen. Damit wird kein Schaden angerichtet, sondern schlicht und einfach Information geteilt.

Sehr wünsche ich mir, dass offen kommuniziert wird um sinnlose Diskussionen zu unterbinden. Kommt hinzu: wieviel sinnlose Streitereien werden durch Nicht-Kommunikation angestellt (gilt auch für Teil-Information). Lernen wir wieder offen zu kommunizieren - und das Leben wird einfacher.

Es muss ja nicht immer alles religiös motiviert sein, was hier geschrieben steht...

Wenn ich die Schlagzeilen in diesen Tagen in fast allen Medien lese, dann staune ich immer wieder wie vergesslich wir Menschen werden oder geworden sind.

- Mitte Januar 2020 war der grosse Corona-Ausbruch in Wuhan/China.

- Die Ausbreitung verstärkte sich und die Forschung begann.

- Der erste Schritt war getan mit Testen und dann - welch Wunder - bereits mit den ersten Zulassungen von Impfstoffen.

Im Normalfall dauert es von der Entwicklung bis zur Vermarktung eines Impfstoffes 10-20 Jahre. (Der schnellste bisher entwickelte Impfstoff war damals ein Glücksfund nach etwa 18 Monaten)

Wenn das Glück hinzu kommt und sehr viele Institutionen und Personen sich am selben Ziel orientieren, kann diese Zeit verkürzt werden.

Es ist erstaunlich, dass dieser einfache Sachverhalt nicht immer wieder der Bevölkerung vor Augen geführt wird. Stattdessen wird Erwartungshaltung gefördert, zeitlicher Druck gemacht und den EntscheidungsträgerInnen Versagen vorgeworfen.

Wie wäre es jedoch, wenn die 3 letzten Punkte an einen jeden Menschen gerichtet würden:

a. Erwartungshaltung: jeder Mensch setzt die normale Alltagshygiene um wie Händewaschen mit Seife, Niesen in ein Taschentuch, normale Abstandshaltung, nicht x-beliebige Menschen küssen, usw.

b. zeitlicher Druck: "Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen." Und dies in allen unseren Lebenslagen. Dann würde sich Vieles verteilen mit der Kontaktpflege, die aufgeteilt wird, mit dem Kampf gegen die Vereinsamung, usw.

c. Versagen vorwerfen: Warum dies nicht an sich selber richten? Mache ich denn wirklich alles, was zur Verbesserung der Situation beiträgt?

Viel Glück und Zuversicht.

 

 

Am heutigen 3. Sonntag im Jahreskreis haben wir den Sonntag des "Wortes Gottes" gefeiert. Und in allen drei biblischen Texten, die in der Liturgie vorgetragen wurden, war ein Thema gemeinsam: KEINE ZEIT! Es ist Zeit jetzt zu handeln und nicht hinauszuschieben.

Es ist die Einladung den Augenblick zu gestalten, denn wir können weder die Vergangenheit noch die Zukunft gestalten. Wir können nur das Jetzt gestalten. Dies wirkt sich dann für die Zukunft aus.

Wenn wir diese Aufforderung hören, stellen sich verschiedenste Fragen an unsere Gesellschaft und an unsere Glaubensgemeinschaft. Diese Fragen lassen sich dann auch übertragen auf die Familien, die Beziehungen, die Arbeitswelt, die Freizeit - faktisch auf ALLES,

Die grossen Fragen sind:

Wo muss ich handeln?
Was ist zu verändern?
Was ist einzubringen?

Die Fragen zur Erkennung schaffen die Basis zum Handeln.

Doch zu oft stimmt die Analyse bzw. stimmen die Antworten auf die 3 Fragen. Doch dann heisst es immer wieder: Abwarten! Es ist noch nicht Zeit! Geduld haben! Weitere Abklärungen machen!

Und was sind die logischen Konsequenzen davon?

Die Zeit vergeht.
Die Probleme wachsen und werden grösser.
Keine Lösung geschieht.
Ein Hinausschieben und Delegieren.
Das Abgeben der Verantwortung.

Zusammenfassend ist dann die Konsequenz, dass das ganze Leben komplizierter und schwerer wird.

Sehr wünschte ich mir, wenn wirklich das JETZT gestaltet wird und der alte Spruch seine Gültigkeit erhält: "Verschiebe nicht auf morgen, was du heute kannst besorgen."

Die Tragik an der ganzen Sache ist: Von den anderen wird dies immer erwartet. Bei sich sieht es anders aus.

Konkrete Beispiele gibt es hierfür viele - auch in der röm.kath. Kirche:

- die Bischofsernennung im Bistum Chur (seit 4 Jahren überfällig)
- die Frage des Seelsorgenachwuchses
- die Frage der Stellung der Kirche zu aktuellen sozialen Themen
- die Stellung der Frau in der Kirche
- die nötige Neuorganisation / Neustrukturierung der röm.kath. Kirche
- das Beseitigen von Hindernessen der Pastoral

Und vieles mehr.

Wir haben keine Zeit zu warten - wir haben die Zeit zu handeln.

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