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Der Kantonsheilige des Kantons Glarus nennt sich Fridolin und dessen Gedenktag ist heute am 6. März. Manche sagen, dass der Kanton Glarus auch von ihm habe. Denn Fridolin hat den Hilarius verkündet und seine christliche Botschaft. Wenn man Hilarius nicht korrekt ausspricht, kann es schon mal heissen "Glaris", "Glarius" - und manche meinen der Name komme von der Bedeutung "hell" "Lichtung". Eigentlich spielt dies auch keine Rolle.

Für mich viel entscheidender ist die Legende von Fridolin, wie er das Grundstück geschenkt bekommt und niemand ihm glaubt. Seinem Wort wird nicht geglaubt. Auch Landolf, der Bruder des Schenkenden, glaubt es nicht und wehrt sich mit allen Mitteln dagegen. Das Wort von Fridolin zählt nicht. Sie landen vor Gericht und Landolf meint wirklich gewinnen zu können.

Fridolin hat angeblich keine Zeugen für die Schenkung. Er betet und betet.
So landet er schliesslich vor Gericht und auch hier wird seinem Wort nicht geglaubt.

Gemäss der Legende steigt der Schenkende, Urso, aus seinem Grab und nimmt vor Gericht Stellung für Fridolin und bestätigt das Wort der Schenkung. Landolf akzeptiert dies nun.

Es ist eine schöne Legende mit einer grossen Frage an unser aller Leben. Auf wessen Wort vertrauen wir und verlassen wir uns? Welches Wort nehmen wir ernst?

Und die andere Frage: Wird Unwahrheit zur Wahrheit, wenn sie oftmals wiederholt wird?

Unsere Gesellschaft leidet hierunter! 

Sehr wünsche ich Ihnen allen, dass Sie wieder lernen auf Worte des Mitmenschen vertrauen zu können. 

Damit würden Intrigen, FakeNewus, Fehlleitungen und Fehleintscheidungen vermieden. 

Unsere Gesellschaft braucht wieder Worte, auf die Verlass ist. Ehrlichkeit und Offenheit. Nicht Geheimniskrämerei sondern Klarheit und auch Direktheit.

Alles Gute

Am 19. März 2021 wird um 16.00 Uhr der neue Bischof Joseph Maria Bonnemain in der Kathedrale in Chur geweiht. Im Hinblick auf seine Tätigkeit ist in den letzten Tagen immer wieder ein Begriff zu lesen: "Er muss aufräumen."

Ja, der Bischof hat viel zu tun!

Doch es stellt sich auch die Frage, ob wir uns dies nicht zu einfach machen mit der Delegation des "Aufräumens" an den neuen Bischof.

Haben nicht auch wir unseren Beitrag zu leisten und vor Ort die Pflicht aufzuräumen? Wir würden dem Bischof seine Arbeit sehr erleichtern!

Haben wir nicht die Aufgaben zu Verbesserungen beizutragen in

a. den Pfarreien und den Kirchgemeinden?

b. in den verschiedenen Gruppierungen und Vereinen?

c. in den verschiedenen Institutionen?

Und sind wir dabei wirklich bereit uns darauf einzulassen - auch wenn es vielleicht bedeutet Privilegien zu verlieren, an Stellung "einzubüssen"?

Es gibt viel zu verbessern und vieles wieder in Bewegung zu bringen. Vieles bedarf der Veränderung - doch an jedem einzelnen Ort muss dies geschehen. Was wir vom Bischof einfordern, müssen wir auch von uns einfordern!

Eine alte Geschichte fast diese Problematik zusammen:

"Frag einen Katholiken, was ist das Wichtigste. Und er wird dir sagen: Die Messe!
Frag ihn, was ist das Wichtigste in der Messe. Und er wird dir sagen: Die Eucharistie!
Frag ihn, was ist das Wichtigste in der Eucharistie: Und er wird dir antworten: die WANDLUNG!
Sag einem Katholiken: das Wichtiste ist die WANDLUNG und er wird sich dagegen wehren."

Ecclesia semper reformanda est!

 

 

 

 

Kennen Sie die Geschichte von Kain und Abel? - Sicher! werden die meisten antworten. Kain erschlägt Abel. Und die meisten werden dies ergänzen mit dem Hinweis, dass er dies tut infolge der Nichtwertschätzung durch Gott und seiner Eifersucht auf seinen Bruder. Denn Gott - so formulieren es die meisten - bevorzugt das Opfer von Abel.

Doch dahinter steckt viel mehr als wir meinen. In der Erzählung wirft Kain eigentlich Gott schon mangelnde Wertschätzung vor. Doch Gott gibt ihm den Hinweis, dass er sein Leben anschauen soll. Gott schätzt das Opfer von Abel mehr, weil es kongruent ist. Er schätzt es mehr, weil Abel's Opfer mit dem Lebenswandel von Abel übereinstimmt. Ihm missfällt Kain's Opfer, weil ist nicht mit dem Leben von Kain übereinstimmt.

So ist für uns damit auf sehr diplomatische Weise eine alte Gepfloghenheit von uns Menschen verarbeitet. Wir meinen, dass wir einfach schnell was Gutes tun können, und dann ist alles vorausgehende/dahinterliegende vergessen. Dies beherrschen schon die Kinder und wenden es immer wieder an. 

Doch Gott sagt uns: Deine Lebenshaltung sollte stimmig sein. Nur etwas Gutes punktuell zu tun, genügt nicht - denn dies ist dann Theater, etwas Vorspielen.

Leidet nicht heute unsere Gesellschaft darunter? In den Familien, in Quartieren, in Gemeinden, in Pfarreien, im Staat, im Bistum?

Wie viele schöne Dinge werden manchmal gesagt und getan, die Aufmerksamkeit erwecken und dann - und das Vorausgehende steht dabei oftmals im krassen Widerspruch?

So ist die Erzählung von Kain und Abel eine Einladung zur Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit an uns alle.

Und Gott gab damals Kain eine neue Chance. Er gab ihm damals die Chance neu anzufangen an einem anderen Ort und niemand durfte ihn auf seinem Fehltritt behaften. 

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