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Haben Sie gewusst wie viele Nationalitäten es gibt? Sind wir ehrlich: es ist sehr schwierig darauf eine Antwort zu geben, denn nicht alle Nationalitäten sind auch gleichzeitig Staaten. Und in diversen Staaten gibt es Menschengruppen, die sich als eigene Nationalität sehen.

Bei der UNO sind es 193 Staaten, die Mitglied sind. Dann kommen noch die Vatikanstadt dazu und 12 Staaten/Nationen/Länder/Territorien bei denen die Stellung umstritten ist.

Vereinfacht gesagt: es sind über 200 Nationalitäten. 

Entsprechend gibt es mindestens so viele Passports.

Wissen Sie wie viele Nationalitäten Gott geschaffen hat? Wissen Sie wie viele Passports Gott als notwendig definiert hat?

Die Antwort ist: 0 !

Gott hat keine Nationen erschaffen, keine Staaten. Gott hat den Menschen erschaffen und er ist selber Mensch geworden für uns.

Wenn wir dies in die kirchliche Gemeinschaft übertragen, lässt sich die Frage stellen: Wenn wir alle den Leib Christi darstellen, warum machen wir dann eine Unterscheidung von Nationen, irdischer Herkunft usw.?

Wie kann es sein, dass wir als christliche Gemeinschaft noch von Ausländern reden? Wie kann es sein, dass wir als christliche Gemeinschaft Stimmrecht nur bestimmten Herkunftsgruppen geben? Wie kann es sein, dass diese Regelungen innerhalb eines Bistums verschieden sind?

Wir sind alle Gast auf Erden! 

Nachtrag: Am 27. Juni hat der Kanton Schwyz das Ausländerstimmrecht für Ausländer mit Niederlassung C an der Urne genehmigt. Sie finden hier einen Artikel Schwyzer Katholiken heissen Ausländerstimmrecht gut

Wir haben einen neuen Bischof und an ihn werden viele Erwartungen gerichtet. 

Dabei denke ich oftmals: Schön, was er alles tu soll! Soll er was machen - und beim kleinsten Fehlentscheid, oder Entscheid, der uns nicht passt, machen wir ihn fertig! So wie Bischof Joseph M. Bonnemain jetzt in den Himmel gehoben wird, so wird er  gezwungenermassen tief fallen. Denn er muss dermassen viel verändern, dass er zig-Personen auf die Füsse treten wird - und das werden die meisten nicht gerne haben. Es ist die grosse Frage darum: Hat er die Kraft und den Mut dies zu machen? 

Bischof Amedée Grab ist damals mit seinem Weg gescheitert: er wollte beruhigen, austarieren und dem Nachfolger so die Wege bereiten. Er konnte nicht damit rechnen, dass die Beruhigung nicht genutzt wurde.

Also muss Joseph M. Bonnemain handeln - und kann nicht nur beruhigen.

Doch die Frage ist, ob auch wir handeln wollen und Veränderungen möchten?

Wir haben 1 Bistum, 3 Generalvikariate und 7 (!) Kantonalkirchen. In den jeweiligen Kantonalkirchen (besser gesagt: öffentlich-rechtlichen Körperschaften der Kantone xy) haben wir dermassen verschiedene Regelungen und Bestimmungen, die keine Einheit darstellen.

Die ausgeprägtesten Formen sind:

- Stimmrecht für Ausländerinnen und Ausländer: Kantone haben dies, andere nicht.
- Einsitzregelungen in Gremien
- Lohnreglemente und damit Anstellungsbedingungen

Es ist ein Bistum! Wäre es nicht Aufgabe dann auch in den Körperschaften für Vereinheitlichungen sich einzusetzen? Zumindest innerhalb des jeweiligen Generalvikariates?

Na ja. Ich höre schon die Reaktionen: wir leben in der Schweiz mit Kantönligeist und Selbständigkeit usw. - Doch wir sind 1 Bistum, Teil einer Kirche und Glaubensgemeinschaft. 

Delegieren wir nicht alles auf den Bischof. Leisten wir selber unseren Beitrag - für die Gemeinschaft, nicht für uns selber oder für die Eigeninteressen/Eigendarstellungen!

 

Am 19. März 2021 wurde Bischof Joseph Bonnemain zum neuen Bischof von Chur geweiht. Statt über ihn zu schreiben, finden Sie hier das Interview, das er mit dem Schweizer Radio geführt hat.

Auf der homepage zu diesem Interview schreibt SRF:

Was hat Bischof Bonnemain vor? Neuer Churer Bischof bekennt Farbe – zu Zürich und zu Frauen

Der Churer Bischof Joseph Bonnemain bezieht Stellung. Ja sagt er zu einer zweiten Kathedrale in Zürich. Jein zu Frauen im Priesteramt.

Darauf angesprochen sagt der 72-Jährige in der Samstagsrundschau von Radio SRF: «Das sage ich seit 25 Jahren: Der Bischof sollte dort sein, wo die Mehrheit der Männer und Frauen des Bistums wohnen und leben.» Er selber pendelt schon seit 40 Jahren fürs Bistum zwischen Zürich und Chur hin und her, wobei sein Hauptwohnsitz bisher in Zürich war.

Zweiter Bischofssitz in Zürich?

Jetzt könnte er den zweiten Bischofssitz vorantreiben. Doch er beschwichtigt: «Die Diözese braucht nicht zwingend einen zweiten Bischofssitz – sondern einen Bischof, der überall sitzt!» Wichtiger ist seines Erachtens die Frage, ob Zürich eine Konkathedrale bekommt, also eine offizielle Leitungsstelle, wie es sie bisher nur in Chur gibt. Hierzu sagt er: «Es ist nicht ausgeschlossen, dass eine Zürcher Kirche mit der Zeit eine Konkathedrale werden könnte.»

Will er das noch in seiner 5-jährigen Amtszeit als Churer Bischof erreichen? Bonnemain: «Es würde mich freuen, wenn das stattfände, bevor ich mich dann zurückziehen werde.» Aber: «Das ist nicht die erste Priorität!» Er will sich nämlich nicht primär mit der Institution befassen und mahnt auch den Zürcher Flügel, sich nicht mit sich selbst und dieser Frage der institutionellen Aufwertung zu beschäftigen. Es gelte, die Menschen ins Zentrum zu stellen. Seine Botschaft an die Zürcherinnen und Zürcher bezüglich Konkathedrale ist dann aber doch: «Ich werde mich mit der Zeit dafür einsetzen.»

Zögern bei Personalentscheiden

Joseph Bonnemain kann als neuer Bischof von Chur zentrale Positionen im Bistum neu vergeben, etwa Generalvikare ernennen: «Das Wichtigste, das ich brauche, ist ein Team, das meine Vision mit mir teilt.» Die Leute in seinem Team müssten keineswegs alle gleich ticken, betont Bonnemain. Aber die gemeinsame Vision sei wichtig: Die Kirche sei für die Menschen da, nicht umgekehrt.

Bleibt die Frage, wie er mit seinen Gegnern vor Ort umgehen wird: Mit mächtigen Würdenträgern, die sich gegen ihn als Bischof gestellt hatten. Joseph Bonnemain streckte die Hand zur Versöhnung aus und lud auch sie zur Bischofsweihe ein. Doch mehrere blieben demonstrativ fern. Darauf angesprochen sagt Bonnemain: «Ich denke, dass sie vielleicht ein bisschen mehr Zeit brauchen. Aber die Hand bleibt ausgestreckt.»

Frauen ins Priesteramt?

Während der Bischofsweihe setzte Bonnemain zahlreiche Frauen für wichtige Funktionen ein und machte sie so sichtbar. «Sie sind mehr als die Hälfte des Bistums, und was sie beitragen ist viel wichtiger als das, was die Männer beitragen», so seine Begründung.

«Die Frauen sollten überall mitwirken und mitentscheiden können», sagt er, obwohl in der katholischen Kirche zahlreichen Ämter und Funktionen noch immer den Männern vorbehalten sind. «Genau deshalb haben wir noch Nachholbedarf!».

Auf die Frage, ob er sich also auch Priesterinnen vorstellen könnte, weicht er aus und verweist auf Rom: Als Bischof wolle er die Haltung des Papstes mittragen. Dieser wolle Schritte in die richtige Richtung tun: «Es braucht eine starke Entwicklung: Wir sind mitten in einem Prozess.» Und weiter: «Ich möchte mit dem Papst diesen Prozess mitgehen, aber ohne die Grenzen zu überspringen, die er je nachdem setzt.»

Sie finden hier das Interview mit Bischof Joseph M. Bonnemain

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