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Ist Ihnen aufgefallen wie viele Kommentare es des öfteren gibt zu Wortmeldungen der verschiedensten Personen?

Sehr staune ich darüber, wie von anderen Menschen Sätze herausgegriffen werden von Voten - und dann wird dieser eine Satz kommentiert. Es werden die verschiedensten Artikel geschrieben, Zeit aufgewendet und versucht irgendeine Interpretation gemäss eigenem Gustus zu machen.

Dabei frage ich mich: Und wieviel Zeit wird wirklich investiert um der Sache willen. Wieviel Zeit ist man selber bereit für die Sache zu investieren?

In unserer Gesellschaft wird zuviel Zeit und Kraft verwendet für das Kommentieren/Auslegen der verschiedensten Voten. Für das eigentliche Problem und dessen Lösung bleibt dann keine Zeit mehr. Und dann heisst es: Wir sind am Anschlag, wir können nicht mehr, der Tag hat nur 24 Stunden.

Öffentlichkeitsarbeit ist wichtig! Doch die grosse Öffentlichkeitsarbeit geschieht durch unser Handeln und unser Tun. Statt "nur" zu reden, sind wir eingeladen auch zu handeln und etwas in Wirklichkeit zu bewegen - nicht nur mit Worten.

Beispiele gefällig?

1. Am 19. März 2021 wurde Bischof Joseph M. Bonnemain geweiht und hat er das Amt als Bischof von Chur angetreten. Haben Sie einmal gezählt wieviele Interviews er seitdem geben durfte/musste? 

2. Unfälle/Polizeieinsätze/Rettungseinsätze: wieviel Personal wird gebraucht zur Kommentierung des Ereignisses und damit für das eigentliche Einsatzfeld blockiert?

3. Sitzungen und Protokolle: Wie oft wird an Sitzungen fast stundenlang über ein Protokoll diskutiert und das eigentliche Thema erhält dann nicht die notwendige Aufmerksamkeit?

4. Expertisen: wie oft werden Expertisen verlangt und dann noch eine zweite, dritte, vierte Meinung und dann ....... dann bleibt alles liegen, weil die Energie nicht mehr da ist.

5. Talkshows: wie viele Diskussionssendungen gibt es in der Zwischenzeit zu den verschiedensten Themen. Sind wirklich alle nötig und geht es um die Sache oder Selbstdarstellung?

Viele andere Beispiele gibt es noch.

Unsere Gesellschaft verlangt ein Handeln, wo es nötig ist und nicht ein Zerreden oder immer wiederholen von Dingen, die schon so lange selbstverständlich sind.

Alles Gute in Ihrem Handeln

In diesen Wochen erhalten die verschiedensten Personen - je nach Kanton früher oder später - die Steuerrechnungen. Eine jede Person weiss dies - und fast niemand freut sich darauf. Alle wissen, dass diese zu bezahlen sind und es eine Notwendigkeit ist, damit der Staat seine Aufgaben und Pflichten wahrnehmen kann (über die Höhe usw. lässt sich allerdings immer diskutieren).

Auffallend dabei ist, dass viele mit dem Steuern zahlen auf einmal in finanzielle Notlagen geraten, weil sie den hierfür fälligen Betrag nicht auf die Seite gelegt haben. Entsprechend häufen sich in diesen Monaten die sozialen Anfragen um Unterstützung usw. Die Begründung ist dabei immer die gleiche: ich habe es unterschätzt, nicht mehr daran gedacht und bin erschrocken ob dem hohen Betrag.

Jedes Jahr frage ich mich, warum hier keine Abhilfe geleistet wird und den Steuerzahlenden nicht zur Seite gestanden wird mit einem ganz einfachen Mechanismus für alle Angestellten:

1. Allen Angestellten wird vom Lohn direkt die Steuer abgezogen.
2. Die jähriche Steuerrechnung hätte dann "nur" noch das Vermögen zu bearbeiten/belasten.

Für die vielen Angestellten wäre dies eine riesige Erleichterung und der Staat würde regelmässig Geld erhalten.

Warum nicht mal einen Systemwechsel machen? Viele wären dankbar und erleichtert. Und etliche Sozialämter würden dabei entlastet.

 

Unser Domkapitel im Bistum Chur besteht gemäss Reglement aus 24 Domherren. Im Augenblick sind nach verschiedenen Todesfällen 5 Sitze vakant.

Viele rufen entsprechend nach der "Neubesetzung" dieser vakanten Stellen. 

Aus meiner Sicht ist dies wenig sinnvoll.

Viel wichtiger wäre wohl die Möglichkeit zu nutzen und das Reglement/Statut (oder wie immer es heisst) des Domkapitels zu ändern. Dazu würden dann gehören:

a. Domherren, die keine Funktion mehr ausüben, verlieren den Domherrensitz: dies würde verhindern, dass Domherren irgendwo in Pension leben und die Vertretung des jeweiligen Dekanates/Kantons blockieren; dies würde verhindern, dass Priester, die nicht mehr im pastoralen Arbeit stehen, die Pastoral mitbestimmen.

b. Eine Amtszeitbeschränkung

c. Eine Reduzierung der Anzahl Domherren. Chur hat im Augenblick 24 Domherrensitze, Basel 18 und St. Gallen 13, Sitten 8

Es ist dies sicherlich ein Kraftakt - doch eine Möglichkeit.

Erleichtert würde diese Umstrukturierung natürlich, wenn alle sich jetzt im Amt befindenden Domherren dem Bischof das Angebot des gemeinsamen Rücktrittes machen würden. Das wäre ein weiterer Schritt für die Zukunft des Bistums.

(Als Vergleich: Domkapitelgrössen in deutschsprachigen Bistümern: Mainz 7 Personen; München 12 Personen; Wien 12)

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NB: Die Neustrukturierung des Priesterrates bedarf ebenfalls verschiedenster Änderungen

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