In der Diskussion um Veränderung der katholischen Kirche wird oftmals angefügt, dass sich nichts verändern darf auf Grund der Diskussion um die Missbräuche.

Ist es aber nicht so, dass die Kirche sich schon lange verändern muss und die verschiedenen Fragestellungen auf die Seite gelegt hat - oftmals unter dem Deckmantel der Gefahr einer Kirchenspaltung? Und damit eigentlich mit der Motivation der Angst?

Sehr wünschte ich mir, dass die röm.kath. Kirche die vielen Hoffnungen des Zweiten Vatikanischen Konzils wieder hervorholt, den Staub abwischt und sie zur Geltung kommen lässt. Darin gibt es viele Bereiche, die nach wie vor der Veränderung bedürfen: die Frage des Amtes, das Verhältnis von Ortsbischof zur Weltkirche, die spirituelle Grundlage der Kirche, die Stellung der Frau in der Kirche, das Pflichtzölibat, die Zulassung zu den Weihen, die Spendung der Sakramente, die Ökumene und vieles mehr.

Nur schon das Pflichtzölibat lässt aufhorchen: Aus Angst vor einer evtl. Kirchenspaltung wird dies nicht aufgehoben. Doch in der röm.katholischen Kirche ist seit den 70er Jahren die theologische Diskussion hierüber abgeschlossen, die Kirche kennt verheiratete Priester die den priesterlichen Dienst ausüben in ihrer Gemeinschaft. Die längst fällige Aufhebung der Pflicht würde das Zölibat wieder in einem ganz anderen Glanz erstrahlen lassen. Wo bleibt der Mut, wo bleibt das Vertrauen?

In ähnlichem Masse geht es mit dem Amt des Diakonates für die Frau: warum Angst haben? - Die oftmals dagegen vorgetragenen Argumente ähneln jener bei der Zulassung von Mädchen zum Ministrantendienst. Und was ist daraus geworden? Die Mädchen sind eine Selbstverständlichkeit und eine Bereicherung, die Kirche hat gewonnen und nicht verloren.

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Gerne mache ich hier noch aufmerksam auf das Gebet am Donnerstag. Näheres finden Sie auf der entsprechenden homepage.