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Johannes der Täufer wird oftmals dargestellt mit einem überlangen Zeigefinger. Es ist dies das Zeichen des Hinweisens auf Jesus Christus. Und im Bibeltext nach Lukas 3 heisst es dann so schön:

Und er zog in die Gegend am Jordan
und verkündete dort überall
die Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden,
4wie im Buch der Reden des Propheten Jesája geschrieben steht:
Stimme eines Rufers in der Wüste:
Bereitet den Weg des Herrn!
Macht gerade seine Straßen!
5Jede Schlucht soll aufgefüllt
und jeder Berg und Hügel abgetragen werden.
Was krumm ist, soll gerade,
was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden.

Viele stellen sich dies bildlich vor. In Schwyz würde es heissen, dass die Mythen eingeebnet würden - das würde zu einem Turm der Entrüstung führen.....

Doch gemeint ist was anderes: Das Eineben der Klüfte zwischen Personengruppen, der Streitereien, des Neides, der Eifersucht, des Hasses.

Johannes will, dass Eintracht herrscht uns ein Fundament geschaffen wird, damit die Liebesbotschaft Jesu Christi wirklich ankommen kann.

Und diese Botschaft ist gerade auch heute aktuell:
Wieviel Respektlosigkeit und mangelnde Wertschätzung wird heute gelebt?
Wie sind Schimpfwörter, Fluchwörter an der Tagesordnung und werden sogar von den Medien breit verbreitet?

Wäre es jedoch nicht wieder Zeit schon in der Sprache den Respekt und die Achtung gegenüber meinem Nächsten auszudrücken? Ist es nicht an er Zeit sich bewusst zu werden, dass wir alle Geschöpfe Gottes sind? Dass wir alle Gottes Abbild sind mit der entsprechenden Würde?

Gerade in Zeit von Pandemien ist dies umso nötiger und wäre hilfreich: Der hinweisende Johannes, der auf die Würde eines jeden Menschen zeigt - denn darum kommt Jesus Christus zu uns.

In den letzten Tagen - als wieder viel über das Coronavirus gesprochen wurde - gab es eine erstaunliche Begebenheit.
Es wurde erzählt, wie aus bestimmten Familien gleich mehrere Kinder ins Kloster gingen oder Priester wurden. Wie es einem Falle ist mit 4 Kindern: 2 wurden Klosterfrauen in verschiedenen Klöstern, 1 Ordenspriester, 1 Weltpriester. So wurden mehrere Beispiele aufgezählt und alles mit Beispielen, wo die betreffenden Personen 55 Jahre oder älter sind.

Schliesslich sagte jemand: "Ja, dieser Virus ist ausgestorben! Das haben wir Menschen ganz alleine in kurzer Zeit geschafft!" - und indirekt war zwischen den Zeilen ein Bedauern festzustellen, dass der falsche "Virus" ausgestorben ist.

Dies schreibe ich hier, weil ich mich schon frage, welche Zusammenhänge in der heutigen Zeit alles gemacht werden und was damit auch ausgedrückt wird. 

Ist eine Berufung für ein geistliches, kirchliches Leben denn wirklich negativ zu bewerten wie das Corona-Virus? Sicherlich, es gab zu verschiedenen Zeiten diese Berufungen in hoher Zahl - und heute sieht es anders aus. Doch auch damals ging es den betreffenden Personen sich einzusetzen für die Lebenserhaltung, für das uns von Gott anvertraute Leben. Es ist schaade, wie dies heute immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird und nicht mehr wahrgenommen werden darf.

Auf einer solchen Ebene kann auch die Saat für verschiedenste Berufungen nicht aufgehen und wachsen. Sie werden vielmehr im Keime erstickt. 

So träume ich davon, dass wir wieder auf ein gutes Fundament, einen schönen Acker aufbauen können und darin der Samen für Berufungen aufgeht und wächst - so zahlreich wie nur möglich.

Am Ende des Kirchenjahres steht auf röm.kath. Seite das Fest Christkönig. Es stellt die Frage in den Mittelpunkt, was für ein Königreich wir in dieser Welt auch aufrichten wollen.

Und diese Frage ist gerade in der heutigen Zeit sehr aktuell - aktueller als Viele haben wollen....

Oftmals wird in der heutigen Zeit die Macht ins Zentrum gerückt und damit die Herrschaft über die anderen und das Profitieren von den anderen.

So lässt sich fragen:
a. Wem dient die Wissenschaft?
b. Was ist das Lebensziel?
c. Wer steht im Zentrum?
d. Welche Aufgabe haben die Medien?
e. Was sind die Aufgaben der Politiker, der Amtsträger?

Und die Antworten auf diese Fragen in der heutigen Gesellschaft sind oftmals erschreckend und lauten dann: es geht um mich, um meine Selbstdarstellung, um Auflage, um Karriere, usw.

Doch gemäss dem christlichen Gedankengut und dem Gedanken des Festes Christkönig würde es heisse: Es geht um die anderen. Alles steht im Dienste der anderen damit die Menschen, die Geschöpfe glücklich und zufrieden sein können. Den und dem anderen zu dienen für sein Wohl, für das Gemeinwohl ist die Aufgabe in unserem Leben.

Würde sich unsere Gesellschaft bei einer solchen Umsetzung nicht anders entwickeln und darstellen?

 

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