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Vor vielen Jahren wurde ich bei meiner ersten Pfarrstelle 1992 vom reformierten Pfarrer mit ungefährt diesen Worten begrüsst.
"Lieber Pfarrkollege Kurt, wir freuen uns dass du zu uns kommst. Und du weisst, dass früher die katholischen Pfarrer angeredet wurden mit Hochwürden Herrn Pfarrer. Viele Pfarrer haben dann dies verinnerlicht und sind von den Menschen/Pfarreiangehörigen abgehoben worden. Damit dir dies, lieber Kollege nicht geschieht, würde ich dir am Liebsten einen Hund schenken. Denn der Hund zwingt dich, dass du unter die Leute gehst - auf die Strasse gehst. Er hat jedoch den Nachteil, dass er Zeit und Zuwendung braucht. So empfehle ich dir, weil ich keinen Hund schenke, geh unter die Leute, geh spazieren, geh dorthin wo die Menschen sind. Und ich garantiere dir, dass du dann zwar kein Hochwürden sein wirst, du wirst aber auch kein Merkwürden werden. Du wirst aber einer von der Gemeinschaft sein für die du da bist."

Es ist dies seine längere Begrüssungsrede an mich etwas verkürzt wieder gegeben. Sie hat mich Zeit meines Lebens immer begleitet und zwischendurch wieder ermahnt.

Die Kirche ist nicht da um auf dem hohen Ross zu sein ("Hochwürden"). Sie ist vielmehr da um mit den Menschen zu sein und ihnen zu dienen. Ihnen im Miteinander zu helfen sich selber sein zu können und sich immer mehr verwirklichen zu können und den je eigenen Sinn des Lebens zu entdecken und umzusetzen.

Diese dienende Kirche ist heute eingefordert mit einem klaren Profil und klaren Stellungnahmen.
Eine dienende Kirche, die den Menschen sieht und sich seiner annimmt und damit die Verantwortung wahrnimmt.

Dies heisst natürlich auch, dass die Kirche sich verändern und weiterentwickeln muss - und dabei darf sie keine Zeit mehr verlieren, geschweige denn sich Zeit lassen.

Vergessen wir dabei nicht, dass in der Kirche jede getaufte Person infolge des allgemeinen Priestertums ihre Aufgaben, ihre Rechte und ihre Pflichten hat. In einem miteinander sollen diese eingebracht werden und nicht in einem Konkurrenzkampf oder gar Ablehnung von Ämtern und Funktionen.

 

In diesen Tagen beginnen an verschiedenen Orten die Diskusssionen über den synodalen Prozess, den Papst Franziskus einberufen hat. Zentrales Thema ist u.a. die Synodalität hervorzuheben und damit das Miteinander denken und reden, das Miteinander diskutieren und so geprägt vom Heiligen Geist die Kirche weiterzubringen.

Sie finden hier die Fragen zum synodalen Prozess

Auch wenn dieser Prozess sehr hilfreich ist, kann er nicht verdecken, wie viel schon diskutiert worden und noch nicht umgesetzt ist - und dies gerade nach dem II. Vatikanischen Konzil.

Darum sind hier wieder mal die Dokumente der "Synode 72" des Bistums Chur aufgeführt. Es lohnt sich diese zu lesen und dabei bewusst zu sein: sie wurden 1972 nach vielen Gesprächen und Diskussionen erstellt - und harren der Umsetzung.

0 Vorwort

01 Glauben in dieser Zeit

02 Gebet, Gottesdienst und Sakramente im Leben der Gemeinde

03 Kirchlicher Dienst

04 Kirche im Verständnis des Menschen von heute

05 ökumenischer Auftrag in unseren Verhältnissen

06 Ehe und Familie im Wandel unserer Gesellschaft

07 Die Verantwortung des Christen in Arbeit und Wirtschaft

08 Soziale Aufgaben der Kirche

09 Beziehung zwischen Kirche und politischen Gemeinschaften

10 Mission als Verantwortung der Kirche für Verkündiung, Entwicklung und Frieden

11 Bildungsfragen und Freizeitgestaltung

12 Information und Meinungsbildung in Kirche und Öffentlichkeit

13 Dokumentationen

 

 

Im Normalfall reden wir von den 3 grossen Mächten in einem Staatsgebilde: 
a. der Legislative (die gesetzgebende Gewalt - meist das Parlament)
b. die Exekutive (die ausführende Gewalt - meist die Regierung)
c. die Judikative (die beurteilende Gewalt - meist die Justiz)

Im Idealfall sind diese 3 voneinander getrennt so dass keine Person in zweien dieser Gewalten vertreten ist. Oftmals gibt es dann Gesetze, die dies Prinzip schützen indem die Unvereinbarkeit auch auf bestimmte Grade der Verwandtschaften ausgedehnt werden. Schliesslich will man unabhängig sein.
Immer mehr wird diese Unabhängigkeit jedoch durchbrochen und es entstehen ganz eigenartige Kombinationen wie dass ein Teil eines Ehepaares in der Exekutive und ein anderer Teil in der Legislative sitzt. Und hier hat dann schon lange der "Filz" und die "Vetternwirtschaft" begonnen und die Grundidee eines Staates mit der Gewaltentrennung wird untergraben. Dem ist in allen Bereichen vorzubeugen und dies ist auch zu verhindern. Denn was im Kleinen beginnt hat später im Grossen wesentliche Auswirkungen. Betrachten Sie selbst mal die verschiedensten staatlichen und öffentlich-rechtlichen Institutionen und Sie werden schauen, wie weit wir schon gekommen sind.

Doch dann gibt es noch die vierte Macht: Die Medien!

Es ist erstaunlich wie diese Macht in den letzten Jahrzehnten gewachsen ist und sie sich ausgedehnt hat. 

Da gibt es die grosse Medienlandschaft in der sich die Journalistinnen und Journalisten bemühen sachliche Informationen zu liefern und Hintergründe zu teilen.
Doch gibt es auch jene Landschaft in der die Medien selbst die Informationen machen und gestalten und so Stimmungen verbreiten und organisieren. Dies geschieht nicht nur indem über etwas geschrieben wird, sondern auch indem bestimmte Themen/Gruppen nicht behandelt werden. Diese sind dann sozusagen geschützt vor kritischen Hinterfragungen.

Schliesslich gibt es noch die grosse Medienlandschaft, die sich social-medien nennt. Sie nennen sich Soziale Medien und in ihnen schreibt jede Person, was sie will. Viele die sich dieser Form bedienen sind sich dabei ihrer Verantwortung gar nicht bewusst und was damit alles angestellt wird. Es beginnt beim einfachen Kommentar zu einem Restaurantsbesuch, geht weiter über Bemerkunen wie man in Geschäften behandelt wird. Und es geht noch weiter in persönlichen anonymen Angriffen, wo niemand sich dagegen wehren kann und bis dies gelöscht wird, ist es schon lange zu spät. - Viele angeblich "soziale Medien" sind asozial geworden und zu Totengräbern der Gesellschaft und eines friedlichen und erfreulichen Miteinanders in dieser Welt.

Wie sagte mal jemand: "Heute ist es nicht mehr entscheidend, in welcher staatlichen Macht ich mich engagiere, entscheidender ist vielmehr, was die 4. Macht daraus macht.

Geben wir dieser 4. Macht nicht zuviel Kraft!

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