Der Herbst neigt sich dem Ende zu und damit auch das Kirchenjahr. Die Tage werden kürzer und die Nächte werden länger. Für viele Menschen ist dies eine nachdenkliche und traurige Zeit. Es ist dies jedoch auch eine Zeit, die uns das Licht in der Welt bewusst werden lässt. Es ist dies eine Zeit, die uns wahrnehmen lässt, was wir mit dem Licht haben und das wir - weil es im Überfluss vorfinden - nicht mehr schätzen.

Mit dem ersten Advent und dem anzünden der ersten Kerze wird uns dies auch sichtbar gemacht. In der Dunkelheit durchbricht ein kleiner Schein alles. Er hat eine riesige Macht und riesige Kraft - auch wenn noch nicht alles hell erleuchtet ist. Er lässt alles schon wieder schemenhaft erscheinen und mit jeder Kerze mehr, wird dies verdeutlicht und verstärkt. Und dann kommt das grosse Licht in der geweihten Nacht (Weihnachten). Es ist das grosse Licht in Form des Gottessohnes, der uns die wahre Grösse des Lichtes erkennen lässt in der Liebe Gottes zu uns Menschen.

Lassen wir uns leiten von diesem Licht und bereiten wir uns darauf vor, so dass wir selbst zum Licht für unsere Mitmenschen werden und die Dunkelheit für sie und mit ihnen durchbrechen.

Irgendwie ist es ruhig geworden in der Weltkirche - so hat man auf jeden Fall das Gefühl. In Wirklichkeit geschieht sehr viel im Hintergrund und die verschiedensten Bereiche werden wiederum etwas mehr im sachlichen Bereich erarbeitet und verarbeitet. Manche zweifeln dennoch daran, ob der Weg von Papst Franziskus weitergeht und er die Kraft dazu hat.

Für mich ist es immer wieder interessant, wenn ich an freien Tagen in anderen Gottesdiensten bin und aus den Reihen des Kirchenschiffes einen Gottesdienst mitfeiern darf. Da darf ich erleben wie ich in den einen Gottesdiensten von den Gläubigen und den Liturgen getragen und geführt bin. Ich mich wohl fühle und geborgen. - Und dann muss ich auch erleben, wie Gottesdienstteilnehmende "bestraft", abgekanzelt werden und für ihren persönlichen Alltag nichts mitnehmen können. Dies ganz im Widerspruch zu dem, was Jesus in den Evangelien zum Ausdruck bringt: der Glaube und die Feier des Gottesdientes sind Kraftquellen für das Hier und Jetzt.

Und wenn ich dann so mitfeiere oder mitleide ist auch die Frage des Miteinanders und der gegenseitigen Wahrnehmung spannend.
Es sind dies Erlebnisse, nebst vielen anderen, die mir auch die Möglichkeit geben mich zu hinterfragen oder wie ich den Gottesdienst feiere.

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

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