In diesen Wochen erhalten die verschiedensten Personen - je nach Kanton früher oder später - die Steuerrechnungen. Eine jede Person weiss dies - und fast niemand freut sich darauf. Alle wissen, dass diese zu bezahlen sind und es eine Notwendigkeit ist, damit der Staat seine Aufgaben und Pflichten wahrnehmen kann (über die Höhe usw. lässt sich allerdings immer diskutieren).

Auffallend dabei ist, dass viele mit dem Steuern zahlen auf einmal in finanzielle Notlagen geraten, weil sie den hierfür fälligen Betrag nicht auf die Seite gelegt haben. Entsprechend häufen sich in diesen Monaten die sozialen Anfragen um Unterstützung usw. Die Begründung ist dabei immer die gleiche: ich habe es unterschätzt, nicht mehr daran gedacht und bin erschrocken ob dem hohen Betrag.

Jedes Jahr frage ich mich, warum hier keine Abhilfe geleistet wird und den Steuerzahlenden nicht zur Seite gestanden wird mit einem ganz einfachen Mechanismus für alle Angestellten:

1. Allen Angestellten wird vom Lohn direkt die Steuer abgezogen.
2. Die jähriche Steuerrechnung hätte dann "nur" noch das Vermögen zu bearbeiten/belasten.

Für die vielen Angestellten wäre dies eine riesige Erleichterung und der Staat würde regelmässig Geld erhalten.

Warum nicht mal einen Systemwechsel machen? Viele wären dankbar und erleichtert. Und etliche Sozialämter würden dabei entlastet.

 

Unser Domkapitel im Bistum Chur besteht gemäss Reglement aus 24 Domherren. Im Augenblick sind nach verschiedenen Todesfällen 5 Sitze vakant.

Viele rufen entsprechend nach der "Neubesetzung" dieser vakanten Stellen. 

Aus meiner Sicht ist dies wenig sinnvoll.

Viel wichtiger wäre wohl die Möglichkeit zu nutzen und das Reglement/Statut (oder wie immer es heisst) des Domkapitels zu ändern. Dazu würden dann gehören:

a. Domherren, die keine Funktion mehr ausüben, verlieren den Domherrensitz: dies würde verhindern, dass Domherren irgendwo in Pension leben und die Vertretung des jeweiligen Dekanates/Kantons blockieren; dies würde verhindern, dass Priester, die nicht mehr im pastoralen Arbeit stehen, die Pastoral mitbestimmen.

b. Eine Amtszeitbeschränkung

c. Eine Reduzierung der Anzahl Domherren. Chur hat im Augenblick 24 Domherrensitze, Basel 18 und St. Gallen 13, Sitten 8

Es ist dies sicherlich ein Kraftakt - doch eine Möglichkeit.

Erleichtert würde diese Umstrukturierung natürlich, wenn alle sich jetzt im Amt befindenden Domherren dem Bischof das Angebot des gemeinsamen Rücktrittes machen würden. Das wäre ein weiterer Schritt für die Zukunft des Bistums.

(Als Vergleich: Domkapitelgrössen in deutschsprachigen Bistümern: Mainz 7 Personen; München 12 Personen; Wien 12)

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NB: Die Neustrukturierung des Priesterrates bedarf ebenfalls verschiedenster Änderungen

Haben Sie gewusst wie viele Nationalitäten es gibt? Sind wir ehrlich: es ist sehr schwierig darauf eine Antwort zu geben, denn nicht alle Nationalitäten sind auch gleichzeitig Staaten. Und in diversen Staaten gibt es Menschengruppen, die sich als eigene Nationalität sehen.

Bei der UNO sind es 193 Staaten, die Mitglied sind. Dann kommen noch die Vatikanstadt dazu und 12 Staaten/Nationen/Länder/Territorien bei denen die Stellung umstritten ist.

Vereinfacht gesagt: es sind über 200 Nationalitäten. 

Entsprechend gibt es mindestens so viele Passports.

Wissen Sie wie viele Nationalitäten Gott geschaffen hat? Wissen Sie wie viele Passports Gott als notwendig definiert hat?

Die Antwort ist: 0 !

Gott hat keine Nationen erschaffen, keine Staaten. Gott hat den Menschen erschaffen und er ist selber Mensch geworden für uns.

Wenn wir dies in die kirchliche Gemeinschaft übertragen, lässt sich die Frage stellen: Wenn wir alle den Leib Christi darstellen, warum machen wir dann eine Unterscheidung von Nationen, irdischer Herkunft usw.?

Wie kann es sein, dass wir als christliche Gemeinschaft noch von Ausländern reden? Wie kann es sein, dass wir als christliche Gemeinschaft Stimmrecht nur bestimmten Herkunftsgruppen geben? Wie kann es sein, dass diese Regelungen innerhalb eines Bistums verschieden sind?

Wir sind alle Gast auf Erden! 

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Pfarrer Kurt Vogt
Pfarrer in Näfels GL

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