Papst Franziskus hat veröffentlicht, dass er nochmals das Diakonat der Frau überprüfen lassen möchte und dann neu entscheiden.

Sicherlich kann man unterschiedlicher Auffassung sein über die Stellung der Frau in der christlichen Gemeinschaft im ersten Jahrhundert.

Doch die grosse Fragestellung ist einfach jene, ob man das Diakonat einführen will oder nicht. Denn die gesellschaftliche Situation des 21. Jahrhundert ist eine andere als im 1. Jahrhundert. Und die Kirche hat sich immer wieder auf die gesellschaftliche Situation eingelassen:

a. die verschiedenen Weihestufen
b. die Einführung des Pflichtzölibates
c. die Veränderungen in der Liturgie
d. die Formen der Sakramente mit den stärksten Veränderungen im Sakrament der Versöhnung
e. mit der Ausgestaltung der Patriarchate und dann der Hierarchie
f. mit dem Bewusstsein des allgemeinen Priestertums

Die Beweggründe für alle Veränderungen waren teils theologische, teils gesellschaftliche. Die einen Veränderungen wurden "freiwillig" umgesetzt in dem sie langsam gewachsen sind, und andere wurden fast "gezwungenermassen" realisiert.

All diesen Veränderungen ist jedoch gemeinsam, dass es keine Veränderung des Glaubens waren, sondern von verschiedenen Formen usw.

So bleibt die entscheidende Frage: Will die Kirche sich verändern und sich den geforderten Ansprüchen stellen und sich darauf einlassen? Will die Kirche wieder vorangehen und ihre Botschaft wirklich verbreiten oder zurückhalten.

Und ihre Botschaft ist 4-geteilt:

a. die Feier des Glaubens: Liturgie-Gottesdienst
b. die soziale Auswirkung des Glaubens: die Diakonie
c. die Verkündigung des Glaubens: das Martyrium
d. die Gemeinschaft des Glaubens: die Koinonia

 

Das Hauptthema in diesen Tagen/Wochen/Monaten ist wohl der Coronavirus mit all seinen Fragen: wie gehts weiter, welche Experte hat recht, welches Land informiert richtig usw.

Dabei machen uns diese Tage auch wieder mal bewusst, was in unserer Zeit so selbstverständlich geworden ist und wir kaum mehr wahrnehmen oder schätzen. Diese Bereiche jedoch für ein gutes Miteinander nötig sind. Beginnen wir mit ein paar Bereichen:

a. der Müllmann: oft belächelt und sich um den "Dreck/Abfall" kümmernd. Doch er schaut darauf, dass der Abfall entsorgt wird, es nicht stinkt, keine Epidemien entstehen, es schön aussieht - und alles am richtigen Ort entsorgt wird.

b. Die ZeitungsträgerIn/Postbotin/e: wie oft reklamiert man über sie, dass sie ein paar Minuten zu spät sind. Doch bringen Sie uns Informationen, bringen Sie uns Briefe/Pakete - auf die wir sonst sehr lange warten müssten.

c. die Reinigungspersonen in den Häusern/Geschäften/Fabriken/Strassen: wir können uns in einem angenehmen Umfeld aufhalten, mit schönen Düften und guter Atmosphäre. Können uns hinsetzen, anlehnen, aus den Fenstern schauen usw.

d. die KrankenpflegerInnen, die Ärztinnen/e, die Sprechstundenhilfe: sie sind da um unser Leid zu lindern und zu helfen

e. die Lastwagenfahrer/Lokomotivführer/Zugbegleiter/Postautofahrer: sie helfen, dass Waren transportiert werden können und Menschen an die richtigen Orte kommen, die dorthin müssen

f. die/der KassierIn, die Verkäuferin: was machen, wenn wir nichts mehr kaufen können?

g. die Handwerker/Bauarbeiter

Und viele andere.....

Uns werden in diesen Tagen wieder die Augen geöffnet, was wirklich alles um uns geschieht. Weil es oftmals reibungslos ist, es selbstverständlich geworden ist - ist es aber nicht.

Herzlichen Dank!

Sagen Sie danke diesen Menschen

Sehr wahrscheinlich möchten Sie nichts mehr hören über den Corona-Virus. Dennoch erlaube ich mir diese wenigen Zeilen.

Die Schweizer Regierung hat als wesentliche Massnahme folgende Punkte erwähnt:

a. Hygiene mit Händewaschen

b. gesunder Abstand zum Mitmenschen - ca. 1 Meter, was der normalen Gesprächsdistanz entspricht, wenn man die Person nicht kennt.

c. körperlicher Kontakt reduzieren: keine 3-Kuss-Begrüssung, kein Händedrücken

Schaue ich dies an, dann halte ich einfach fest: es sind alles - mit Ausnahme des Händedrückens - alte Anstandsregeln......

Schauen Sie jedoch mal unsere Filme im Kino oder TV an, dann werden Sie schnell feststellen: die Gesprächsdistanz wird nicht eingehalten, überall küssen sich fremde Leute, von Waschen ist gar nicht die Rede....

Ist wirklich alles GUT, was die Medienlandschaft widerspiegelt?

Gehen wir noch weiter: wie wird in den Medien auch dargestellt, dass One-Night-Stands eine Selbstverständlichkeit ist, oder gar eingefordert ist? 

Kommen wir wieder zurück zum Menschsein mit Anstandsabstand und Schamgefühl. Kennen wir überhaupt noch das Gefühl von Scham?

 

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

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