Haben Sie sich auch schon Gedanken gemacht über Ihren eigenen Tod und die Beerdigung? Wenn Nein, dann ist es höchste Zeit. Der Tod gehört zu unserem Leben und ist - so paradox es tönt - lebensnotwendig.

So machen Sie doch auch Gedanken über die Beerdigung! Sich über die Beerdigung Gedanken machen, heisst sich mit dem eigenen Leben auseinandersetzen.

Sollten Sie sich über die Form Gedanken machen, dann sagen viele Personen, dass dies irgendwann entschieden werden kann. Wir SeelsorgerInnen machen dann allerdings die Erfahrung, dass von den Angehörigen oftmals der Entscheid gefällt werden muss. Und dann heisst es: XY ist gestorben, wir beerdigen dann in 2-8 Wochen - was ja dank der Urnenkremation möglich ist.
Andere sagen: wir bestatten nicht auf dem Friedhof, andere wiederum lassen die Asche zu einem Diamenten verarbeiten, nehmen die Asche zu sich nach Hause usw...

Für den Trauerprozess ist es nicht gut, wenn die Beerdigung nach 4-8 Wochen stattfindet. Der Trauerprozess kann in einem wesentlichen Punkt nicht abgeschlossen werden.

Die Urne Zuhause oder gar die Asche als Diamant um den Hals, sie verunmöglichen das Loslassen und zertören den Trauerprozess.

Und das Verstreuen irgendwo - es nimmt keine Rücksicht auf die Angehörigen, die einen Platz brauchen.

Und noch dies: Für eine verstorbenen Person sollten wir uns Zeit nehmen - auch wenn der Todesfall in den Ferien eintrat usw. - Für jegliche andere Ereignisse werden Ferien unterbrochen, aber für den Abschied vom Verstorbenen?????

Leben ist Einüben in den Tod. Beerdigung heisst Danksagung. Nehmen wir uns dafür Zeit - so wie wir uns für alles Wichtige sofort Zeit nehmen.

Letzthin durfte ich in einem Gespräch eine erstaunliche Feststellung hören im Zusammenhang auf die Diskussion um die Stimme der Kirche und des Christentums: "Wir sind nicht wichtig, wir sind nicht so wichtig, dass wir uns immer wieder melden sollen/einbringen in die Gesellschaft."

Mich hat diese Aussage erstaunt, denn wir leben in einem christlichen Staat, dessen Wurzeln und Fundament von christlichen Werten geprägt sind. Ist es entsprechend nicht gefordert, dass diese christlichen Werte und Fundamente immer wieder in Erinnerung gerufen und eingefordert werden? Dazu brauchen wir die "Leuchttürme" in unserer Gesellschaft, die Stimmen der Verantwortlichen in unserer Kirche.

Und die Menschen suchen diese "Leuchttürme" und Stimmen - warum ist ansonsten erklärbar, dass es so viele Diskussionen gibt um die Wahl des nächsten Bischofs von Chur. Wenn seine Stimme unwichtig wäre, müsste man hierüber nicht reden.

Auch wenn die röm.-kath. Kirche viele Fehler begangen hat in der Aufarbeitung des Missbrauch-Skandals, heisst dies noch lange nicht, dass daraus nicht Lehren gezogen werden können und alles andere Falsch ist. Und für das Richtige, sollte hingestanden werden und man sich eben auch exponieren. Hierzu wird man gewählt, hierzu wird man in ein Amt berufen oder befördert - nicht um den Titel "xy" tragen zu können. Und dieser Einsatz bedeutet sowohl Arbeit im Hintergrund wie im Vordergrund, gemäss der jeweiligen Aufgabenstellung.

Kennen Sie die Leuchttürme, der röm.kath. Kirche in der Schweiz?

Felix Gmür, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz und Bischof von Basel

Markus Büchel. Bischof von St. Gallen

Alain de Raemy, Weihbischof Lausanne, Genf und Fribourg

Peter Bücher, Apostolischer Administrator von Chur

Marian Eleganti, Weihbischof von Chur

Urban Federer, Abt von Einsiedeln

Valerio Lazzeri, Bischof von Lugano

Jean-Marie Lovey, Bischof von Sitten

Charles Morerod, Bischof von Lausanne, Genf und Fribourt

Jean Scarcella, Abt von Saint-Maurice

Denis Theurillat, Weihbischof von Basel

Kennen Sie diese Personen wirklich? Wann hören/lesen Sie etwas von Ihnen zu den aktuellen wichtigen Fragen - nicht von Einweihungen von Brücken, Strassen, Tunneln usw......

In vielen Medien wird immer wieder diskutiert wegen der Kinderbetreuung, sei dies Kinderhort, Tagesstätte oder Mittagstisch.

Manchmal kommt dabei die Frage auf, warum diese eigentlich nötig sind oder sie benutzt werden? Setzt man dann die Kosten in Bezug auf den jeweiligen Lohn der betreffenden Personen gibt es immer wieder zusätzliche Fragen. Schauen wir es doch mal an:

a. Viele Ehepaare wollen Kinder und gleichzeitig nicht vom Berufswissen abgehängt werden - also "muss"  gearbeitet werden.

b. Andere Paare müssen arbeiten, damit sie die Kinder, die Wohnung und die Krankenkasse usw. zahlen können.

Und dann kommen die Kosten der verschiedenen Institutionen. Erschreckend dabei ist, dass viele Familien die Tagesstätten, Horte usw. gar nicht bezahlen können, weil sie mit ihren Löhnen zuwenig verdienen. und bei jenen, die es sich "leisten" können, heisst es dann 80-90% des Lohnes ist abzuliefern.

Es lässt sich fragen, ob das Konzept der Horte, Kindertagesstäten in der Schweiz so eine Zukunft hat. Denn auch zu berücksichtigen gibt es jene Frauen, die für ihre Kinder Zuhause bleiben - teils auch, weil sie den Hort für 2- 3 Kinder gar nicht bezahlen können. Und diese Frauen haben dann auch Mühe mit ihren Sozialversicherungen und der Altersvorsorge.

Wäre es nicht an der Zeit einmal in der Schweiz diese Frage grundsätzlich zu diskutieren mit einem neuen Ansatz - ohne Vertretung von Eigeninteressen?

Dann steckt dahinter auch eine wichtige Frage, die meistens gänzlich ausgeklammert wird: welche Stellung und welchen Wert haben die Kinder in unserer Gesellschaft, in der Familie? - Zuerst sollte wohl diese Frage als gemeinsames Fundament beantwortet werden.

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

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