Darf ich Sie fragen, was Sie für ein Gottesbild haben?
Was haben Sie für ein Bild von Jesus Christus?

Oftmals haben wir Bilder von Gott und damit von Jesus Christus, die Gott so ferne von uns zeigen. Doch Gott ist uns so nahe - darum kam er auch in der Gestalt Jesu Christi in diese Welt. Der Künstler Agnono Bronzino (16. Jhd.) hat dies auf einfache Weise dargestellt. Es ist fast unscheinbar, was er gemalt hat - und die meisten übersehen es. Doch schauen Sie genau hin:

Anbetung Jesu

Ist Ihnen was aufgefallen? Das Bild hängt in den Uffizien in Florenz.

Schauen Sie mal hin, wie die 3 Könige/die 3 Weisen Jesus huldigen. Ist es nicht schön, ihr Ausdruck, ihre Intensität?

Doch haben Sie gesehen, was Jesus macht? Der kleine Jesus spielt mit der Glatze des einen Königs. Hier zeigt sich Zärtlichkeit, Aufmerksamkeit, Liebenswürdigkeit, Zuwendung - ja sogar Respekt (Jesus fügt keinen Schmerz zu). Sie finden in diesem kleinen Bildausschnitt den Lebensauftrag Jesu Christi: uns zu zeigen wie wir zu leben haben....

Ach ja, weil viele dies nach wie vor nicht wissen: warum 3 Könige (nicht 4, nicht 5 nicht 8...)? Die 3 Könige stehen für die zur Zeit Jesu in Palästina bekannte Welt: Europa, Afrika, Asien (also die ganze Welt gemeint). Jesus Christus kommt für die ganze Welt zu uns.

Diese Aufmerksamkeit wünschte ich mir in der Kirche, in der Gesellschaft, in den Familien - und in der Politik.

 

 

Immer wieder fällt mir auf, wie viele Menschen das Wort "Angst" in den Mund nehmen. Es wird fast schon so missbraucht, wie das Wort "Liebe". Haben Sie dies auch schon festgestellt?

- Ich habe Angst vor dem Resultat der Abstimmung.
- Ich habe Angst vor der EU
- Ich habe Angst vor dem unterschriebenen Vertrag
- Ich habe Angst herunterzufallen, den Weg zu gehen, usw.

Ergänzend kommt hinzu: Ich habe Angst vor dem Mitmenschen XY.

Mit dem Begriff "Angst" kann alles Mögliche begründet werden, ohne dass es wirklich begründet wird. Darauf muss schliesslich Rücksicht genommen werden.

Doch ist es wirklich "Angst" und nicht einfach ein bequemes Argument von dem man weiss, dass es nicht hinterfragt wird?

Immer wieder staune ich, wie oft dieser Begriff genommen wird, um sich und sein NICHT_HANDELN_MÜSSEN auf einfache Art und Weise zu rechtfertigen.

Wie oft wird dieses Wort gebraucht für:

- ich will nicht
- ich habe Hemmungen
- ich kann es nicht
- ich bin nicht vorbereitet
- ich will die Verantwortung nicht übernehmen
- ich möchte nicht gefordert werden

Die verschiedenen Verhaltensformen der entsprechenden Personen, machen dies deutlich. Etwas ähnliches wird nämlich ohne Probleme gemacht oder unternommen - einfach abhängig von den Eigeninteressen.

Unsere Gesellschaft leidet darunter, dass Worte missbraucht werden im Sinne von Eigeninteressen. Nützen, ja nützen tut dies niemandem.
Schaden, schaden tut es vielen Menschen und der Sache. Dies Verhalten schadet jenen Menschen, die wirklich Angst haben.
ANGST :
- leben zu können, 
- keine Nahrung zu haben
- das Liebste einem Anvertraute zu verlieren
- usw. 

Vielleicht würde es uns gut anstehen, wieder mehr Respekt vor der Wortwahl und den Begründungen zu haben - und damit Respekt vor den wirklichen Problemen und Sorgen der Mitmenschen.

Nutzen wir nicht "Angst" als Begründung für Nicht-Handeln-zu-müssen, sondern seien wir ehrlich.

Niemandem wünsche ich "Angst zu haben". Aber jenen Personen, die wirklich Angst haben, denen es um die persönliche Existenz geht, wünsche ich Kraft, Hoffnung und Ernst genommen zu werden und nicht "verhöhnt" zu werden für die Verwendung dieses Begriffes für Dinge, die nichts mit Angst zu tun haben.

Und zu allerletzt: Die Sprache verdient auch ihren Respekt und unsere Achtung.

 

 

 

Viel wird in diesen Wochen und Monaten vom Coronavirus geredet und seinen Einschränkungen. Dieses Virus führte und führt zu Veränderungen in unserer Lebensgestaltung und Lebenshaltung. Und vielleicht kehren wir zurück zu den früher üblichen Anstandsregeln mit nötigem Abstand (und nicht Küsschen-Küsschen, eng aneinandersitzen, Händewaschen, allgemeine Körperhygiene, usw.).

Doch frage ich mich auch, ob wir infolge von Corona nicht all jene vergessen, die auch krank sind und von denen niemand mehr spricht. Menschen, die infolge ihrer Krankheit vereinsamen und keine Hoffnung mehr haben?

Wer redet noch von den vielen Krebskranken, den Herzkranken, den Epileptikern, den Asthmatikern, den Diabetikern,  und vielen anderen, die ihr Leben teils über Jahre/Jahrzehnte eingeschränkt haben. Vergessen wir diese Menschen nicht und holen wir Sie wieder bei uns ins Gedächtnis. Sie werden es uns danken in einem Füreinander und Miteinander.

 

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Pfarrer Kurt Vogt
Pfarrer in Näfels GL

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