Weihnachten - das Fest der Freude?

Sicherlich ist Weihnachten das Fest der Freude. Doch ist die Frage worüber wir uns denn freuen sollen/können. Und Weihnachten ist mehr als "nur" das Fest der Freude.

Weihnachten - es berührt mich in meinem Innersten und ist das Fest der neuen Geburt Gottes in dieser Welt. Das Fest, dass Gott uns Menschen sagt: Ihr Menschen seid mir so wichtig, dass ich euch meinen Sohn schenke. Ich schenke euch das Allerliebste. Und dieser kommt nicht einfach als Herrscher zu uns, sondern er solidarisiert sich mit uns, mit mir in meiner Lebenslage. 

An Weihnachten feiern wir, dass Gott für uns in die Dunkelheit des Lebens kommt. Durch ihn erhalten wir Licht und Zuversicht damit unser Leben in Freude gelingt und wir Hoffnung erfahren. In diesem Fest erhalten wir die Zuversicht uns den schwierigen Situationen stellen zu können, sie wahrzunehmen und zu verändern.

Jesus Christus kommt nicht in die Welt um zu sagen: Hi, da bin ich jetzt. Jetzt sind wir stärker zum Klagen, Reklamieren, Ausrufen. Er sagt vielmehr: Hier bin ich und wir gehen miteinander den Weg zur Veränderung. Wir verändern zusammen. Ich helfe dir und gemeinsam sind wir stark wieder das umzusetzen, was mein Vater gewollt hat: eine Welt in Frieden, mit Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, mit Standhatigkeit zu den Werten und zur Mithilfe damit ein jeder Mensch glücklich wird.

Weihnachten - das Fest des Glaubens an unseren Schöpfergott, des Fest des Glaubens an jenen der das Leben schenkt. Darüber freue ich mich. Dafür bin ich dankbar. - und darum schenke ich anderen Menschen etwas: meine Aufmkerksamkeit, mein Dasein, meine Zeit, oder eine kleine Gabe.

Kennen Sie Frauen? Haben Sie Angst vor Frauen?

Sicherlich, eine jede Person kennt Frauen - die Mutter, die Grossmutter, Tante, Schwester, Ehefrau, Partnerin, Schwägerin usw. -  vereinfacht gesagt: OHNE FRAUEN GEHT NICHTS IN DIESER GESELLSCHAFT. Es geht aber auch nichts ohne die Männer.

Nur ZUSAMMEN kommen wir vorwärts und können etwas bewegen. Gefragt ist entsprechend ein Selbstbewusstesein auf beiden Seiten. Und wenn ich die Diskussion in der heutigen Gesellschaft anschaue, dann habe ich das Gefühl, dass das eine Geschlecht vor dem anderen Angst hat. Aber warum? Frauen imitieren Männer mit ihrem Gehabe damit sie angeblich Erfolg haben; Männer imitieren Frauen weil sie Gefühl zeigen wollen.

Ist doch komisch: Frauen und Männer haben ihre "Macht" auf Grund ihres Daseins. Beide haben "Gefühle" auf Grund ihres Menschseins.. Niemand von beiden  muss also den anderen Imitieren - eine jede Person darf sich selber sein: Subjekt und nicht Objekt ist das Ziel des Menschseins.. 

Wie bin ich froh eine Mutter gehabt zu haben, die ihr Dasein gelebt hat und mich viel gelehrt hat. Wie  bin ich froh einen Vater gehabt zu haben, der mich was anderes gelehrt hat. Von beiden durften ich Vieles lernen und es hat mich beschenkt. - Leider sind beide schon verstorben. - Und das Schöne ist, beide haben mir auch gesagt, dass sie von mir lernen können. - Es wurde gelehrt, dass wir alle von allen lernen können, unabhängig vom Geschlecht.

Hören wir doch auf in unserer Gesellschaft mit dem sinnlosen Geschlechterkampf. Lassen wir einen jeden Menschen sich einbringen und erfreuen uns daran. Und setzen uns damit weltweit für die Gleichberechtigung ein.

Zum Abschluss: 3x im Monat gehe ich in mein Nachbarkloster und zelebriere dort eine Messfeier mit den Schwestern des Klosters. Sie bedanken sich immer dafür, dass ich komme. - Warum? - Ich habe mich bei Ihnen zu bedanken. Sie bereichern mich und sie beschenken mich und ich bin dankbar dafür. Sie helfen mir meine Arbeit in der Pfarrei zu leisten. Sie unterstützen mich und sie hinterfragen mich. Gibt es was Schöneres? - Aber nur möglich, weil wir miteinander und nicht gegeneinander wirken.

 

In unserem medialen Alltag spielt die Sexualität eine riesige Rolle. Es ist fast eine Kunst, wenn man diesem Thema ausweichen kann. Aber beginnen wir doch von vorne.

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war es über Jahrhunderte hinweg ein Tabu über Sexualität zu reden und sie wurde auch von der römisch-katholischen Kirche "verteufelt". Sah man eine Frau mit langen Haaren - wurde dies schon als Sünde betrachtet. Sah sich eine Persone selbst nackt, wurde dies teils als Sünde gebeichtet. Die Körper- und Sexualfeindlichkeit hat in vielen Menschen zu einer "Verklemmtheit" geführt, so dass über dieses Thema auch kaum geredet wurde - und es ins dunkle Kämmerlein abgeschoben war.

Von diesem Extrem schlug das Pendel mit der angeblichen "sexuellen Revolution und Aufklärung* in die andere Richtung aus. Auf einmal wurde in der Öffentlichkeit über alles geredet. Alles wurde beschrieben und alles wurde und wird dargestellt bis ins letzte Detail. Jegliche Privatsphäre ging verloren und mit der Sexualität oder sexuellen Darstellungen werden intensivst die verschiedensten Produkte beworben - auch wenn diese gar nichts mit Sexualität zu tun haben.

Es ist schade, dass von einem Extrem das Pendel zum anderen Extrem umgeschlagen hat und schlussendlich die Sexualität auch als Ware behandelt wird - auch als Wegwerfware in den Beziehungen.

Der dahinterliegende Wert der Sexualität mit ihrer besonderen Intimität wird bei beiden Extremen vernachlässigt und degradiert.

Sicherlich, die röm.-kath. Kirche hat hierzu einen wesentlichen Förderbeitrag geleistet. Statt das gesunde Mass zu fördern, hat sie die Sexualität in den Hintergrund gedrängt und sie versucht zu reduzieren auf die Aufgabe der Fortpflanzung. Doch gehört die Sexualität zu unserem menschlichen Dasein als geistig-körperliches Wesen.

Es würde in der heutigen Zeit der Kirche gut tun aus ihren Fehlern zu lernen und daraus die Konsequenzen zu ziehen für einen gesunden Umgang mit der menschlichen Sexualität und damit für den Mittelweg zwischen den beiden Extremen.

Vielleicht wäre dann unsere Gesellschaft auf einem gesunden Weg des Miteinanders und die Sexualität hätte ihren Stellenwert - nicht zu hoch (wie die Gesellschaft es heute darstell) und nicht zu tief (wie es einstens war mit der "Verteufelung").

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

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