In unserer Kirche ist vielerorts von Veränderung die Rede. Die einen wünschen sich eine Veränderung in die Vergangenheit, andere wünschen sich eine Veränderung in die Zukuft - und bei beiden Intentionen fragt es sich, in welcher Geschwindigkeit soll dies geschehen. So gibt es dann auch die Auffassung, dass man alles aussitzen soll - es geschieht ja dann schon von selbst. Darum verweise ich gerne auf einen alten Spruch in der katholischen Kirche:

Frag einen Katholiken, was ist das Wichtigste in der Kirche: - die Messe
Frag ihn, was ist das Wichtigste in der Messe ist: - die Eucharistie
Frag ihn, was ist das Wichtigste in der Eucahristie ist: - die Wandlung
Sag einem Katholiken, das Wichtigste ist die Wandlung - und er wird sich dagegen wehren.

Ist es jedoch nicht so, dass das Wichtigste wirklich die Wandlung ist?

Wie viele von uns vergessen dabei auch im Blick auf die Eucharistie, dass es in jedem eucharistischen Hochgebet zwei Bitten um Wandlung gibt. Die eine ist offensichtlich: die Wandlung der eucharistischen Gaben.
Die zweite wird gerne überhört: die Wandlung zum Leib Christi. Im zweiten eucharistischen Hochgebet heisst dies: "schenke uns Anteil an Christi Leib und Blut, und lass uns eins werden durch den Heiligen Geist."

Diese zweite Wandlung setzt die Bereitschaft voraus sich selber einzubringen und sich bewegen zu lassen von dem was Gott mit uns im Sinn hat und an uns gewirkt hat -darum erfolgt auch zuerst die Wandlung im Einsetzungsbericht. Auf Grund dessen, was Gott an uns getan hat, sollen wir uns verändern. Doch wollen wir dies?

 

Des öfteren darf ich die Erfahrung machen, dass die Wandlung bei den anderen gewünscht wird und sie sich verändern sollen. Bei sich selbst soll sie lieber aussen vor bleiben, da sie zuviel verändert.

Gerade in unserer Kirche ist jedoch die Wandlung und das sich verwandeln lassen etwas sehr Zentrales und Wichtiges. Wir können die Probleme und Fragestellungen der Gesellschaft nicht aussitzen oder uns vorbeigehen lassen - dann verpassen wir das Leben und verleugnen unseren Lebensauftrag gemäss dem christlichen Gedanken. Damit fordere ich ein das selbstgenügende "Sesselkleben" und auf "alten Ideen Sitzenbleiben" zu beenden und unsere Kirche wieder vorwärts gehen zu lassen. Aus ihr wieder eine Gemeinschaft zu machen, die vorausgeht und nicht nur passiv reagiert (welch ein Widerspruch!). Und es gibt viel zu verändern in unserer Kirche und damit dann in der Gesellschaft: der SeelsorgerInnenmangel ist nur eine Frage, die aufgebauschte Administration ist das andere, das sich verstecken hinter Rubriken das Nächste. Wir brauchen Veränderung im Geiste der Liebe Gottes, die nicht eingeengt wird, sondern sich ausbreiten und durchdringen kann.

Euer JA zur Wandlung sei ein JA, es sei ein JA zu eurem Wort, ein JA zu eurem Bund mit Gott, ein JA zu eurer Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit.

 

 

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

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