Immer wieder werde ich in den letzten Tagen gefragt, wann kommt der nächste Blog? - Eigentlich war es meine Idee zu sagen, einmal pro Monat. Aber alle Regeln haben Ausnahmen, und diese treffen besonders dann ein, wenn es ums Persönliche geht, denn dann bleibt es manchmal nicht sachlich.

Ergänzend zur obigen Frage kommt dann auch die Frage, warum ich von Schlieren nach 10 Jahren weggehe?

Und die Antwort darauf ist an und für sich ziemlich einfach. 

Wir leben nicht mehr in einer Welt, wo eine Pfarrei 2-5 Priester hatte und viele kirchliche Angestellte. So muss auch jenen Personen gerecht geworden werden, die sich durch eine Person nicht angesprochen fühlen. Dann ist es die Situation, dass wir einfach nicht mehr zig Jahre als Seelsorger am gleichen Ort verbleiben. Dann ist es auch die Situation der Lebenseinstellung verbunden mit der Glaubenshaltung. 

Es ist meine Auffassung, dass wir alle in einem Bistum leben und wir eine dienende und nicht profitierende Kirche sind. Die Kirche ist nicht dazu da, dass wir uns bezahlen lassen für was auch immer und ansonsten machen wir nichts. Unsere Kirche lebt vom Glauben an Gott, der uns das Leben geschenkt hat und uns die Kraft gibt dieses zu gestalten. Freiwilligenarbeit, Ehrenamtlichen Tätigkeit begründen sich hierin und damit im Getauftsein. Während 10 Jahren habe ich versucht dies im Limmattal zu vertreten und zu verkünden.

Nun ist es einfach Zeit sich zu verändern und die gleiche Botschaft an einem anderen Ort weiterzutragen. Dies natürlich in der Hoffnung, dass das Gesäte vielleicht Blühte trägt oder sonst oder abstirbt. 

Sicherlich ist dies in der ganzen Kirche Schweiz gültig: Wir sind eine dienende und keine profitierende Kirche. Dies betrifft Einzelpersonen, Vereine, Gruppierungen, Amtspersonen.

Meinen Sie dazu noch Klarheit zu brauchen? Dann schauen Sie mal in unsere Reglemente für Freiwilligenarbeit, Ehrenamtlichen Tätigkeit, Anstellungsordnung. Wieviel wird da von Rechten gesprochen, von Ansprüchen, von Forderungen usw. - und wie wenig von Pflichten, Einstellungen, Grundhaltungen, usw. 

Als Christin und Christ haben wir nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten - ob bezahlt oder unbezahlt. 

Können Sie sich an die "alten" Zeiten erinnern? Es war eine Ehre, dass Menschen sich in ehrenamtliche Ämter berufen liessen - heute heisst es des Öfteren: keine Zeit, nicht erlaubt, Karriere usw. 

Sehr denke ich, dass wir uns alle verändern müssen und damit auch unsere Gesellschaft. 

 

 

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

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