Waren Sie schon mal im Ausland und haben die verschiedenen Kirchen und ihre Strukturen angeschaut?

Schade, denn es lohnt sich und wir in der Schweiz können einiges davon lernen!

Im Normalfall werden hier zwar Gottesdienste in Grossstädten in verschiedenen Sprachen angeboten, aber es gibt jeweils nur eine Pfarrei und keine fremdsprachigen Pfarreien/Missionen. Vielmehr wird wert auf die Integration gelegt. Alle Gläubigen werden eingeladen an den Veranstaltungen der einen Pfarrei teilzunehmen. Die jeweiligen kulturellen und mentalitätsmässigen Akzente der Sprachgruppen werden dann in kulturellen Gruppierungen ausgeführt, die zur Pfarrei gehören und keine Parallelstruktur darstellen.

Im Normalfall wird dies Modell in der Schweiz abgelehnt mit dem Hinweis der Geschichte oder der 4 Landessprachen. Keine Gültigkeit hat die Ablehnung aber dann, wenn eine Pfarrei keinen Pfarrer mehr hat, aber der fremdsprachige Missionar in ihr wohnt oder seine Missione dort den Sitz hat. Dann wird er einfach unbürokratisch zusätzlich zum Pfarradministrator gemacht. Eigen wird dies allerdings dann, wenn die fremdsprachigen Missionen nicht mehr von ihren eigenen Priestern betreut werden, sondern von Drittsprachlern - aber ja kein Schweizer.

Hierin liegt für die Kirche Schweiz ein riesiges Kapital an Personal, weniger Administration und viel Integration. Doch wir halten lieber an den bisherigen Wegen fest - nur die anderen sollen sich verändern. Es liegt an uns etwas zu machen und dies zu verändern und es könnte gemacht werden in ganz anderen Formen.

Nehmen wir als einfaches Beispiel eine grosse Pfarrei wie Dietikon mit ca. 9'000 Katholiken und davon ca. 2'000 Italiener. Warum nicht eine Pfarrei und dann neben dem Pfarrer einen Vikar, der vor allem für die italienischsprachigen Gläubigen da ist. In allen grösseren Gemeinden könnte dies je nach Sprachruppe gemacht werden (oder auch in abgeschwächten Formen). - Doch es wäre eine Pfarrei, eine Kirche.
Oder wie wir es in Schlieren zusammen mit den Portugiesen machen. 1x im Monat ist ein Gottesdienst Deutsch-Portugiesisch, der portugiesische Diakon kommt von Zurück. Er erteilt auch einzelne Relgiionsstunden, die portugiesische Pfadi hat Räumlichkeiten bei uns - eine Gemeinschaft. 

Im Kanton Zürich haben wir als grosse Missionen: Italiener, Spanier, Portugiesen, Kroaten, Französich-Sprechend, Englisch-Sprechend und dann kommen viele kleinere dazu.....

Denken Sie nicht, dass dies kompliziert ist umzusetzen oder Stellen in den Pfarreien gekürzt würden. Dies umzusetzen ist möglich ohne jegliche Änderungen in den öffentlich-rechtlichen Gesetzgebungen und Handhabungen. Es ist möglich durch die Änderungen im innerkirchlichen Bereich. Niemand der hier angestellten Personen (Priester/Sekretärinnen) würde die Stelle verlieren - doch ihre Arbeit würde leichter, übersichtlicher und einfacher. - und es dient sogar dem Umweltschutz, weil die Missionare nicht mehr soviel rumreisen müssen. ....

 

 

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

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