Die ersten 12 Tages des Jahres 2020 sind schon vorbei und es bleiben nur noch 354 Tage um die Hoffnungen/Erwartungen für dieses Jahr zu erfüllen. - Eigentlich noch viel Zeit....

Doch wenn ich in die Nachrichten hineinhöre und die vielen Berichte zur Kenntnis nehme, dann ist feststellbar wie viele formulierte Hoffnungen/Erwartungen schon wieder relativiert werden: es braucht Zeit, Kompromisse sind nötig, Abstriche müssen gemacht werden, es ist zu kompliziert, in dieser Amtszeit wird es uns nicht gelingen....

Schade!

Von Papst Johannes XXIII gibt es eine kleine Geschichte nachdem er entschieden hatte das Zweite Vatikanische Konzil einzuberufen (aus dem Gedächtnis widergegeben): Bei einem Treffen mit Mitarbeitern habe er einen gefragt, wie es mit der Vorbereitung zum Konzil gehe. Die Antwort des Mitarbeiters sei gewesen: "Heiliger Vater, das schaffen wir nicht in dieser Zeit." - Darufhin habe der Papst zur Antwort gegeben: "Dann schaffen wir es in der Hälfte der Zeit."

Dieser Optimismus, dieses Engagement und die Begeisterung für das Ereignis ist für mich bis heute erstaunlich, erfreulich und auch motivierend. Es ist nicht die Motivation, dass es irgendwann sein wird. Nein, wir können dies jetzt schon schaffen.

Als Beispiele in der Schweiz - ob Gesellschaft oder Kirche - seien genannt:

- AHV-Revision (seit zig-Jahren pendent)
- Die Fragestellung der Steuergerechtigkeit innerhalb der Kantone
- Die Frage der Verschuldung von Menschen (wie viele Personen in der Schweiz erschrecken jedes Jahr, wenn sie auf einmal die Steuerrechnung erhalten? Warum nicht ein einfaches Mittel einführen: angestellten Personen wird die Steuer monatlich vom Lohn abgezogen?)
- Das neue Fussballstadion in der Stadt Zürich (ein sehr aktuelles Beispiel wie etwas vom Stimmbürger seit vielen Jahren gewollt wird und noch immer nicht steht)
- Bei uns in Schlieren: ein neuer Zonenplan, der in der Zwischenzeit in Aussicht gestellt wird für die Amtsperiode 2022--2026 (und damit viele Bauprojekte blockiert sind)

- Die Dauer von Bischofsernennungen
- Das Erwarten des neuen Bischofs von Chur (seit April 2017, also 3 Jahre)
- Eine neue Bistumseinteilung in der Kirche Schweiz (schon in den 70er-Jahren diskutiert)
- Die Frage in der Weltkirche von der Zulassung zu den Weiheämtern (schon im Zweiten Vatikanum - also vor 50 Jahren - angesprochen)
- Eine neue Pastoral in den Pfarreien und Seelsorgeregionen

Es ist schade zu sehen, wie die Probleme gesehen werden - doch die Schritte wollen nicht gegangen werden.

Sehr wünschte ich mir wieder eine Haltung wie Papst Johannes XXIII: dann schaffen wir es in der Hälfte der Zeit.

 

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

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