Wie jedes Jahr hat Papst Franziskus vor Weihnachten im Rahmen des Empfangs der Kurienmitarbeiter seine Ansprache gehalten. Oftmals wird darin Rückblick gehalten und auch festgestellt, was gut oder schlecht läuft. Diesmal hat er stark das Gewicht auf die Zukunft gelegt und dabei auch den verstorbenen Kardinal Martini zitiert: »Die Kirche ist zweihundert Jahre lang stehen geblieben. Warum bewegt sie sich nicht? Haben wir Angst? Angst statt Mut? Wo doch der Glaube das Fundament der Kirche ist. Der Glaube, das Vertrauen, der Mut. […] Nur die Liebe überwindet die Müdigkeit.« (Sie finden hier die ganze Ansprache von Papst Franziskus an die Kurienmitarbeiter)

Mit seinen Zeilen macht er deutlich wie sehr unsere Kirche sich verändern muss und sich der Reformstau löst - und dabei in der Veränderung wiederum das Zentrum unseres Glaubens wieder mehr zum Tragen kommen soll. Wenn der Papst all dies seinen engsten Mitarbeitern im Vatikan, in der Kurie, vor Augen hält, dann gilt dies auch für uns an jenem Ort, wo wir leben und sind. Auch wir in der Schweizer Kirche sind eingeladen uns den notwendigen Reformen zu stellen mit einem Abbau der Administration (Gremien, Vorschriften, usw.), mit Neustrukturierungen in den Pfarreien und damit in der Pastoral, mit neuen Wegen für die Pastoral und die Seelsorge - und natürlich die Offenheit für die Veränderung in der Zulassung zu den Weiheämtern.

Vielleicht sollte eine jede Person sich dabei auch bewusst sein und in allen Diskussionen auch unterscheiden um was es geht. Veränderung heisst nicht Vernichtung, sondern Weiterentwicklung damit das Wesentliche wieder zum Tragen kommt. Veränderung heisst nicht, dass alles aufgegeben wird und die Kirche untergraben wird, sondern diese ihre Aufgabe wieder vermehrt wahrnehmen kann. Nehmen wir als Beispiele das Zölibat: wo bleibt in der Diskussion die Trennung zwischen Pflichtzölibat und freiwilligem Zölibat - nur weil das Pflichtzölibat schon lange überfällig ist für die Abschafffung (Petrus war ja auch verheiratet), heisst es nicht, dass jeder Priester dann heiraten muss - er darf freiwillig zölibatär leben und sein Zölibat erhält einen anderen Stellenwert. Oder das Diakonat der Frau: warum sich dagegen wehren mit den Argumenten Jesus sei ein Mann gewesen und die Vorrangstellung des Mannes werde untergraben. Mit der Zulassung wird doch nicht die Stellung des Mannes untergraben, schliesslich sind Mann und Frau von Gott als gleichwertige Geschöpfe geschaffen worden.

Lassen wir uns ein auf die Veränderungen und machen wir dabei mit.

 

 

 

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

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