Kennen Sie einen Stützpunkt?

In vielen Arbeitsfeldern gibt es Stützpunkte um damit schneller am entsprechend notwendigen Ort zu sein. Dies geschieht auch zur Entlastung der Organisationen vor Ort. Die Stützpunkte stehen dabei nie in Konkurrenz zu den Organisationen vor Ort, sondern ergänzen sie, unterstützen sie. Wir kennen dies besonders von der Feuerwehr, der Polizei oder den Spitälern.

Und bei der Kirche kennen wir diese Stützpunkte in der Schweiz nur in ganz wenigen Bereichen. Doch liegt hierin eine grosse Chance und Möglichkeit.

In der Amazonassynode wurde viel geredet über die Ökologie und die Schöpfung. Es wurde jedoch auch geredet über Strukturveränderungen und wie neue Stützpunkte gemacht werden können in dieser Region - in welcher Form auch immer. Vielen jubeln dem zu - doch sie hinterfragen nicht, welche Stützpunkte auch bei uns möglich wären.

Ja, auch bei uns wären Stützpunkte möglich und die Seelsorge wäre dann einfacher abzudecken und auch erleichtert. Doch wir wollen dies nicht und beharren auf Besitzstandwahrung. Zählen wir vielleicht einfach mal die verschiedenen unterschiedlich strukturierten Missionen, die in sich selbständig sind. Der diesbezügliche Verwaltungsaufwand ist immens, die Seelsorgenden müssen eigene Planungen machen und stehen dabei oftmals in Konkurrenz zu den anderen Missionen und zu den Pfarreien - seien es Territorial- oder Personalpfarreien. Und all dies während die verschiedenen Nationalitäten in der weltlichen Gesellschaft zusammenwachsen.

Was ich meine: wissen Sie wieviele Klostergemeinschaften mit Fachfrauen und Fachmännern es in der Schweiz gibt? Wissen Sie wieviele verschiedene Migrantenseelsorgen es gibt? Alle darin enthaltenen Fachkräfte - männlich oder weiblich - leisten ihre Dienste. Doch wegen der verschiedenen Strukturen der je eigenen Organisation, konkurrenzieren sie sich und ergänzen sich nicht. Und sie nehmen sich dabei wertvolle Zeit für die wichtigen Aufgaben.

Wenn auch wir hier zum System der Stützpunkte kommen würden, könnten wir uns alle sehr ergänzen, entlasten und es würden Kräfte für das Nötige frei. Dies wäre ein erster - und eigentlich einfacher Schritt, wenn man den Mut hat die bisherigen Strukturen zu überdenken. Die anderen Schritte, die die Amazonassynode einfordert, sind dabei nicht adacta gelegt, sondern wären eine logische Fortsetzung und Ergänzung.

Ändern wir uns und kommen wir zu Stützpunkten und sind wir bereit für die nötigen Schritte.

PS: Die neue Lösung im Generalvikariat Zürich ist ein Schritt auf dem richtigen Weg und betrifft die Gemeinschaften der Äthiopisch-Eritreischen Gemeinde,Chaldäer, Koreaner, Syro-Malabaren, Syro-Malankaren. Sie finden hier die entsprechende Definierung dieser Seelsorgestellen

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

Zum Seitenanfang
JSN Blank template designed by JoomlaShine.com