Ist Ihnen einmal aufgefallen wie viele Gesprächsbeiträge, Sätze beginnen mit: "Ich......."?

Es ist sehr erstaunlich, wenn aufmerksam die Redensbeiträge oder geschriebenen Sätze betrachtet werden. Und mit Erstaunen oder Befremden darf dann festgestellt werden, dass dieses ICH nicht nur zum Beginn des Satzes steht, sondern tatsächlich auch der Teil sein möchte um das sich alles drehen sollte. Ich will, ich habe Anrecht.....

Dabei geht oftmals der Blick auf das Gesamte verloren und dass dieses ICH ein Teil in einem riesigen Gesamtwerk ist. Dies erleben wir in allen unseren Lebensbereichen in der Gesellschaft, in der Kirche.

Doch die Lösung und die Wege in die Zukunft können wir nur finden, wenn dieses ICH sich hintenanstellt in den Dienst des GESAMTEN und der GESAMTSCHAU. In dieser Perspektive heisst es dann: für das GESAMTE bin ich bereit mich mit meinen Fähigkeiten/Talenten/Berufung einzusetzen und dies umzusetzen.
Gerade wenn jetzt einerseits in meinem Bistum auf die Wahl eines neuen Bischofs gewartet wird oder in der Schweiz die grossen Wahlen anstehen, ist dieser Akzent wichtig: Wir brauchen in unserer Gesellschaft wieder Menschen, die das GESAMTE im Blickfeld haben und sich dafür einsetzen - nicht für Eigeninteressen, nicht für die Karriere, nicht für kurzfristigen Erfolg, nicht für Selbstdarstellung oder das eigene Portemonnaie.
Die Gesellschaft lässt sich nur verändern und wieder neu beleben, wenn wir nicht zuerst für uns selber schauen. In der Bibel gibt es hierfür ein wunderbares Bild: aus vielen Körnern, gibt es ein Brot. Das Brot ist das, was nährt - nicht das Einzelkorn.

 

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

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