Pfingsten gilt allgemein als der Geburtstag der Kirche. Es ist jener Tag an dem die Jünger, die eingeschüchtert hinter verschlossenen Türen waren, den Heiligen Geist empfingen und mutig in die Welt hinausgingen für die Botschaft Christi. Für die Botschaft des Lebens. Es ist der Geburtstag der einen Kirche, der einen Glaubensgemeinschaft, des einen Leibes Christi.

Erfreulich ist dabei das sogenannten "Sprachenwunder". Die verschiedenen Sprachen vereinen sich zu einer Sprache des Lebens und es entsteht eine Einheit aller anwesenden Personen - unabhängig davon, welcher Nationalität sie sind. Dieses Zusammenfinden zu einer Gemeinschaft ist auch ein Zeichen und eine Aufforderung zur Integration aller Menschen.

Und da stehen wir bei der Aufgabe der Kirche auch heute. Sie hat auch ihren Auftrag zur Integration beizutragen und mitzuwirken. Sie hat die Verpflichtung sich für den Leib Christi einzusetzen, der sich als Einheit darstellt und nicht als versplitterte Untergruppen, die nichts miteinander zu tun haben. In der Kirche Schweiz heisst dies sich die Frage zu stellen, wie diese Integration vonstatten gehen kann mit neuen Strukturen und neuen Konzepten. Jene Konzepte aus der Zeit der ersten Immigrantenwellen sind vorbei. So kann es nicht Pfarreien geben nach dem Sprachduktus, sondern jeweils nur die eine Pfarrei in der sich die verschiedenen Sprachgruppen finden und treffen und sich als gegenseitige Bereicherung empfinden.

Es liegt darin auch die Chance, den Priestermangel in der Schweiz mit ganz anderen Augen anzugehen - auch wenn die erste Fragestellung nach wie vor die Zulassung zu den Weihen/den Ämtern beinhaltet. Es ist auch die Frage, wie sinnvoll ist es in bestimmten Pfarreien Priester für unterschiedliche Sprachgruppen zu haben - während in anderen Pfarreien eben gar keine Priester sind.

Pfingsten ist das Fest der Kirche, des einen Leibes Christi und es ist das Fest der Wandlung, wie es in jedem Hochgebet zum Ausdruck kommt. (auch wenn die meisten Personen, auch Theologen, oftmals nur die eine Wandlung erwähnen vom Einsetzungsbericht). Im Zweiten Hochgebet lautet diese Passage: "Wir bitten dich: Schenke uns Anteil an Christi Leib und Blut, und lass uns eins werden durch den Heiligen Geist." - Ein Leib, eine Gemeinschaft. Das ist Pfingsten.

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

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