7Sicherlich haben Sie schon des Öfteren Früchte gekauft. Waren Sie sich dabei bewusst, wie viele sie kaufen und was sie brauchen. Oder ging dies einfach so selbstverständlich?

Manchmal sind es alltägliche Erfahrungen, die uns wieder etwas bewusst werden lassen. Und diesmal möchte ich Ihnen deshalb erzählen von etwas, das eben fast zu selbstverständlich geworden ist. Gerade auch in unserer Gemeinde, wo ich wohne und so viele Wohnungen gebaut werden - und dabei oftmals an jene gedacht wird, die sehr viel verdienen und weniger an jene, die einen niedrigen Lohn haben oder eben gar keinen mehr.

Als ich letzthin bei einer unserer Tankstellen zahlen wollte, musste ich wie immer in den Verkaufsshop gehen und dort an der Kasse zahlen. Vor mir waren zwei Personen und die erste davon, hatte gerade sein Portemonnaie aus der Tasche genommen und suchte das Kleingeld. Es war ein Kunde von uns im Pfarrhaus.

Mir war im ersten Moment gar nicht bewusst, was er eingekauft hatte, da mir die Sicht versperrt war. Als er das Kleingeld zusammenhatte nahm er den Einkauf, den er neben die Kasse gelegt hatte, in seine Hand, verabschiedete sich freundlich und verliess den Raum.

Als er den Einkauf in die Hand nahm, sah ich ...... ja, was sah ich?

EINE PFLAUME

Unser Klient hat eine Pflaume gekauft und dafür in seinem Portemonnaie das Geld zusammengesucht.

Dieses kleine Ereignis hat mir wiedermal auf einfachste Weise vor Augen geführt: sind wir uns bewusst, was sich viele Personen nicht mehr leisten können und wir stellen nach wie vor Wohnungen auf, die für Einkommen von Fr. 7000.- aufwärts gerechnet werden?

Wer weiss, was Sie denken, wenn Sie das nächste Mal Pflaumen kaufen.

 

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

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