In unserem medialen Alltag spielt die Sexualität eine riesige Rolle. Es ist fast eine Kunst, wenn man diesem Thema ausweichen kann. Aber beginnen wir doch von vorne.

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war es über Jahrhunderte hinweg ein Tabu über Sexualität zu reden und sie wurde auch von der römisch-katholischen Kirche "verteufelt". Sah man eine Frau mit langen Haaren - wurde dies schon als Sünde betrachtet. Sah sich eine Persone selbst nackt, wurde dies teils als Sünde gebeichtet. Die Körper- und Sexualfeindlichkeit hat in vielen Menschen zu einer "Verklemmtheit" geführt, so dass über dieses Thema auch kaum geredet wurde - und es ins dunkle Kämmerlein abgeschoben war.

Von diesem Extrem schlug das Pendel mit der angeblichen "sexuellen Revolution und Aufklärung* in die andere Richtung aus. Auf einmal wurde in der Öffentlichkeit über alles geredet. Alles wurde beschrieben und alles wurde und wird dargestellt bis ins letzte Detail. Jegliche Privatsphäre ging verloren und mit der Sexualität oder sexuellen Darstellungen werden intensivst die verschiedensten Produkte beworben - auch wenn diese gar nichts mit Sexualität zu tun haben.

Es ist schade, dass von einem Extrem das Pendel zum anderen Extrem umgeschlagen hat und schlussendlich die Sexualität auch als Ware behandelt wird - auch als Wegwerfware in den Beziehungen.

Der dahinterliegende Wert der Sexualität mit ihrer besonderen Intimität wird bei beiden Extremen vernachlässigt und degradiert.

Sicherlich, die röm.-kath. Kirche hat hierzu einen wesentlichen Förderbeitrag geleistet. Statt das gesunde Mass zu fördern, hat sie die Sexualität in den Hintergrund gedrängt und sie versucht zu reduzieren auf die Aufgabe der Fortpflanzung. Doch gehört die Sexualität zu unserem menschlichen Dasein als geistig-körperliches Wesen.

Es würde in der heutigen Zeit der Kirche gut tun aus ihren Fehlern zu lernen und daraus die Konsequenzen zu ziehen für einen gesunden Umgang mit der menschlichen Sexualität und damit für den Mittelweg zwischen den beiden Extremen.

Vielleicht wäre dann unsere Gesellschaft auf einem gesunden Weg des Miteinanders und die Sexualität hätte ihren Stellenwert - nicht zu hoch (wie die Gesellschaft es heute darstell) und nicht zu tief (wie es einstens war mit der "Verteufelung").

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

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