Die Adventszeit hat begonnen und sie bedeutet "Warten auf das Ankommen Jesu Christi". Und dieses Warten ist nicht gleichbedeutend mit nichts-tun. Es ist vielmehr ein aktives Warten gemeint indem wir auf die Seite legen, was unserer Lebensaufgabe widerspricht und damit auch unserem Sinn des Lebens widerspricht.

Für Gott sind wir Menschen dermassen wichtig, dass er selbst Mensch wird. Ja, Gott wird Mensch um uns zu zeigen wie wichtig wir ihm sind und wie wir unser menschliches Dasein leben und entfalten können. Wir sind nicht in die Welt gesetzt um Karriere zu machen, nicht um Vermögen anzuhäufen, nicht zu profitieren, nicht zu unserem Ruhme. Wir sind in die Welt gesetzt und hierfür erschaffen worden, dass wir unsere Fähigkeiten und Talente für unsere Mitmenschen und die Schöpfung einsetzen, so dass alle glücklich und zufrieden werden. Und genau dies geht jedoch in unserer Zeit verloren.....

Das Wesentliche der Adventszeit geht verloren, weil wir uns nicht mehr die Zeit nehmen uns über Weihnachten und unser menschliches Dasein Gedanken zu machen, nicht mehr die Zeit nehmen vorbereitet zu sein für dieses ausserordentliche Geschenk, das Gott uns macht: Mensch, du bist geliebt und angenommen.

Das erschreckendste Beispiel für die Nicht-Wahrnehmung dieses Akzentes sind wir Christinnen und Christen, die das grosse Fest von Weihnachten und dessen Vorbereitungszeit - den Advent - zu einem Ort des Konsums reduzieren. Wir zerstören unseren christlichen Wert und unsere christlichen Feste, weil wir sie vom Konsum verdrängen lassen. Mindestens 24 Tage hat man Zeit sich auf Weihnachten vorzubereiten und dann steckt man allen Stress und alles Gedränge in die Abendstunden und die letzten Tage. Es muss eingekauft werden an den Adventssonntagen, es muss eingekauft werden an Heilig Abend, es muss eingekauft werden am 24.12. um 16.00 Uhr. Muss es wirklich????

Nein, es muss nicht erst dann gemacht werden. Es kann schon früher erledigt werden. Und dann bestünde die Möglichkeit, dass die vielen Verkäuferinnen und Verkäufer in den Geschäften auch Weihnachten am Heilig Abend feiern können in ihren Familien. Weihnachten ist das Fest der Solidarität, des Miteinanders und Füreinanders und nicht des Egoismus.

Sehr würde es mich freuen, wenn wir als Christinnen und Christen wieder zu unseren Werten und Festen stehen, sie hochhalten und pflegen - und ihnen den nötigen Raum geben. Ohne Probleme könnten alle Einkäufe bis 24.12. mittags erledigt sein.... - Es ist eine Frage des Wollens und eine Frage des Weihnachtgedankens. Weihnachten - die geweihte Nacht - sie braucht Vorbereitung und Zeit der Aufmerksamkeit. 

 

 

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

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