In den letzten Wochen gab es in den Schweizer Medien immer wieder Schlagzeilen mit "höchste Katholikin" und gerne wurde dabei verwiesen auf eine Funktion in der öffentlich-rechtlichen Körperschaft der katholischen Kirche. - Es ist erstaunlich wie die Medien solche Falschaussagen weiterleiten und ihnen damit auch Gewicht geben. Doch durch ständige Wiederholung wird etwas Falsches nicht Richtig. Wenn wir auf parlamentstechnischer Seite reden, dann wäre der höchste Katholik der Präsident der Synode der katholischen Kirche wie im Parlament der Kantonsratspräsident und nicht der Regierungsratspräsident. Aber dies genügt nicht.Denn in der katholischen Kirche gibt es auch den innerkirchlichen Bereich und der besteht aus Menschen, die getauft sind. Und alle Getauften sind einander gleich gestellt und haben einfach ihre je verschiedenen Aufgaben gemäss den Fähigkeiten.

Wir sind alle zusammen der Leib Christi und jede gläubige Person ist ein Glied dieses Leibes. Dabei ergänzen sich alle und es ist wichtig zu wissen, welche Aufgabe eine jede Person wirklich hat.

Die Aufgaben eines Synodalrates oder einer Synodalratspräsidentin/Synodalratspräsidenten sind nicht die Aufgaben eines Generalvikars oder eines Bischofs. Nur wenn alle sich der je eigenen Aufgaben und Pflichten bewusst sind, wird das gemeinsame Miteinander zu enem Gelingen zum Wohle aller anvertrauten Personen.

Halten wir fest: nicht einmal Jesus hat gesagt "Ich bin der höchste Christ". Er hat jedoch vielmehr gesagt: ich stehe im Dienste der Menschen, die Gott, mein Vater, mir anvertraut hat. Vielleicht tut es uns allen gut, wenn wir den dienenden Charakter der Kirche - innerkirchlich und offentlich-rechtliche Körperschaft - wieder bewusster werden. Dann würden wir uns fragen, wie .wir den christlichen Glauben wieder allen glaugwürdig zugänglich machen und die darin enthaltene Kraft vermitteln.

Dann geht es nicht um Ämter, Vorrang und Sonderstellung. Dann geht es um das Miteinander und Füreinander - und dies ist das Christentum.

Das hier Geschriebene gilt auch grundsätzlich für die Gesellschaft: im Zentrum steht nicht das Amt, sondern der dienende Charakter am Gemeinwohl.

PS: eine adnministrative Behörde kann niemals Kirche sein. Dies ist ein Widerspruch in sich. Eine administrative Behörde kann sich jedoch in den Dienst der Kirche stellen, wie es die Aufgabe der öffentlich-rechtlichen Köprerschaft der katholischen Kirche seit ihrer Existenz in den 60er Jahren ist. Das Paradoxe im Kanton Zürich ist jedoch, dass sich auf kantonaler Ebene der "Apparat" der Körperschaft um das zig-fache vergrössert hat, während der innekirchliche, pastorale Bereich mit der eigentlichen Aufgabe der Kirche fast gleich geblieb en ist.

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

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