In den letzten Wochen gab es in den verschiedensten Medien Berichterstattungen über die verschiedensten Seelsorger/Priester, die die Pfarreien in der Schweiz betreuen. Festgestellt wurde dabei, dass in vielen Pfarreien keine SchweizerInnen mehr die Pfarreien leiten und vor allem die Priester aus sehr verschiedenen Sprachkulturen kommen. So sind folgende Fakten gegeben:

- Deutschsprachige Priester oder PastoralassistentInnen leiten deutschsprachige Schweizer Pfarreien

- Ausländische Priester (Indien, Afrika, Südamerika, Italien usw.), deren Muttersprache nicht Deutsch ist, leiten viele deutschsprachige Pfarreien

- Ausländische Priester (Rumänen, Polen, usw.), deren Muttersprache nicht Italienisch ist, leiten viele italienische Missionen

- Ausländische Priester leiten fremdsprachige Missionen obwohl es nicht deren Muttersprache ist

Es ist erstaunlich welche Vielfalt wird in der Betreuung der Pfarreien oder Missionen an den Tag legen - und wir reden dabei immer wieder von einer Kirche.

Gleichzeitig wird der oben genannte Sachverhalt nicht als Anregung zum Umdenken genommen und eine neue Pastoral / Seelsorge thematisiert. Vielmehr klagen wir über Seelsorgermangel und die Überlastung wegen der Zumutbarkeit. Doch hat die obige Realität schon lange ein neues Faktum gesetzt. Ein Faktum, das ursprünglich im christlichen Glauben beheimatet ist: wir sind eine Gemeinschaft/ein Leib und nicht der Leib der Sprachgruppe x oder y.

Es sind in dieser Fragestellung neue Lösungen gesucht wie die verschiedenen Sprachgruppen zusammenfinden und es lebendige Ortspfarreien gibt - nicht solche, die aufgeteilt sind. Die Kultur der verschiedenen Sprachgruppen und Nationalitäten kann weitergelebt und gepflegt werden. Die Liturgien können in verschiedenen Sprachen angeboten und gefeiert werden. Doch zusammen sind sie Teil einer Gemeinschaft vor Ort, was sich in gemeinsamen Feiern ausspricht, gemeinsamen Projekten und einem Ort. All dies ist dann auch gelebte Integration und ein gelebtes Miteinander.

 

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

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