Es ist schon erstaunlich mit welcher Klarheit und Direktheit Papst Franziskus die Veränderungen in der Kirche einfordert und sich dafür einsetzt. Sicherlich gehen manchen die Veränderungen zu langsam vonstatten - doch wäre es eben auch einfacher, wenn alle am gleichen Strick ziehen würden und sich hierfür einsetzen. Die Aussage von Papst Franziskus »In Rom Reformen durchzuführen heißt gleichsam die Sphinx von Ägypten mit einer Zahnbürste zu putzen« zeigt die Schwierigkeiten auf.

Nur stellt sich natürlich auch die Frage, ob die Reformen auch wirklich an allen Orten gewünscht sind. Des öfteren habe ich das Gefühl, dass die Reformen nur dort gewünscht sind, wo sie einem persönlich nicht einschränken oder den eigenen Status/die eigene Stellung nicht untergraben. Doch dann ist die Frage eben da, wozu ist denn die Kirche da? Ist sie da um sich/die eigene Person in den Mittelpunkt zu stellen oder ist sie da um den Menschen auf ihrem Weg zu Gott zu helfen und sie zu begleiten. Was sagte doch einst Jesus Christus: ich bin nicht gekommen das Gesetz aufzuheben, sondern es zu erfüllen. - Und er hat dem Gesetz wieder jenen Stellenwert gegeben, den es hat: im Dienste des Menschen zu stehen, der der Liebe bedürftig ist. Alle kirchlichen Reformen sollten sich diesem Gedanken orientieren und sich einbringen und der Liebe Gottes wieder den Weg eröffnen. 

Und was Papst Franziskus beim Weihnachtsempfang für die römische Kurie sagte, das gilt doch auch uns allen: wie fördern wir nötige Reformen, oder blockieren wir sie. Stellen wir uns auch als Opfer dar, statt der eigenen Schuld sich bewusst zu sein eben nicht mitzuhelfen, nicht mitzutragen?

Die Ansprache ist anregend und stellt an jeden Menschen die Frage: in wessen Dienst stelle ich mich und meine Fähigkeiten - in den Dienst an mir selber oder in den Dienst des Schöpfergottes, der die Liebe allen zugänglich machen will.

Lassen Sie sich leiten von dieser Ansprache, die Sie hier finden: Ansprache von Papst Franziskus beim Weihnachtsempfang für die Kurie

 

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

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