Kennen Sie Frauen? Haben Sie Angst vor Frauen?

Sicherlich, eine jede Person kennt Frauen - die Mutter, die Grossmutter, Tante, Schwester, Ehefrau, Partnerin, Schwägerin usw. -  vereinfacht gesagt: OHNE FRAUEN GEHT NICHTS IN DIESER GESELLSCHAFT. Es geht aber auch nichts ohne die Männer.

Nur ZUSAMMEN kommen wir vorwärts und können etwas bewegen. Gefragt ist entsprechend ein Selbstbewusstesein auf beiden Seiten. Und wenn ich die Diskussion in der heutigen Gesellschaft anschaue, dann habe ich das Gefühl, dass das eine Geschlecht vor dem anderen Angst hat. Aber warum? Frauen imitieren Männer mit ihrem Gehabe damit sie angeblich Erfolg haben; Männer imitieren Frauen weil sie Gefühl zeigen wollen.

Ist doch komisch: Frauen und Männer haben ihre "Macht" auf Grund ihres Daseins. Beide haben "Gefühle" auf Grund ihres Menschseins.. Niemand von beiden  muss also den anderen Imitieren - eine jede Person darf sich selber sein: Subjekt und nicht Objekt ist das Ziel des Menschseins.. 

Wie bin ich froh eine Mutter gehabt zu haben, die ihr Dasein gelebt hat und mich viel gelehrt hat. Wie  bin ich froh einen Vater gehabt zu haben, der mich was anderes gelehrt hat. Von beiden durften ich Vieles lernen und es hat mich beschenkt. - Leider sind beide schon verstorben. - Und das Schöne ist, beide haben mir auch gesagt, dass sie von mir lernen können. - Es wurde gelehrt, dass wir alle von allen lernen können, unabhängig vom Geschlecht.

Hören wir doch auf in unserer Gesellschaft mit dem sinnlosen Geschlechterkampf. Lassen wir einen jeden Menschen sich einbringen und erfreuen uns daran. Und setzen uns damit weltweit für die Gleichberechtigung ein.

Zum Abschluss: 3x im Monat gehe ich in mein Nachbarkloster und zelebriere dort eine Messfeier mit den Schwestern des Klosters. Sie bedanken sich immer dafür, dass ich komme. - Warum? - Ich habe mich bei Ihnen zu bedanken. Sie bereichern mich und sie beschenken mich und ich bin dankbar dafür. Sie helfen mir meine Arbeit in der Pfarrei zu leisten. Sie unterstützen mich und sie hinterfragen mich. Gibt es was Schöneres? - Aber nur möglich, weil wir miteinander und nicht gegeneinander wirken.

 

In unserem medialen Alltag spielt die Sexualität eine riesige Rolle. Es ist fast eine Kunst, wenn man diesem Thema ausweichen kann. Aber beginnen wir doch von vorne.

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war es über Jahrhunderte hinweg ein Tabu über Sexualität zu reden und sie wurde auch von der römisch-katholischen Kirche "verteufelt". Sah man eine Frau mit langen Haaren - wurde dies schon als Sünde betrachtet. Sah sich eine Persone selbst nackt, wurde dies teils als Sünde gebeichtet. Die Körper- und Sexualfeindlichkeit hat in vielen Menschen zu einer "Verklemmtheit" geführt, so dass über dieses Thema auch kaum geredet wurde - und es ins dunkle Kämmerlein abgeschoben war.

Von diesem Extrem schlug das Pendel mit der angeblichen "sexuellen Revolution und Aufklärung* in die andere Richtung aus. Auf einmal wurde in der Öffentlichkeit über alles geredet. Alles wurde beschrieben und alles wurde und wird dargestellt bis ins letzte Detail. Jegliche Privatsphäre ging verloren und mit der Sexualität oder sexuellen Darstellungen werden intensivst die verschiedensten Produkte beworben - auch wenn diese gar nichts mit Sexualität zu tun haben.

Es ist schade, dass von einem Extrem das Pendel zum anderen Extrem umgeschlagen hat und schlussendlich die Sexualität auch als Ware behandelt wird - auch als Wegwerfware in den Beziehungen.

Der dahinterliegende Wert der Sexualität mit ihrer besonderen Intimität wird bei beiden Extremen vernachlässigt und degradiert.

Sicherlich, die röm.-kath. Kirche hat hierzu einen wesentlichen Förderbeitrag geleistet. Statt das gesunde Mass zu fördern, hat sie die Sexualität in den Hintergrund gedrängt und sie versucht zu reduzieren auf die Aufgabe der Fortpflanzung. Doch gehört die Sexualität zu unserem menschlichen Dasein als geistig-körperliches Wesen.

Es würde in der heutigen Zeit der Kirche gut tun aus ihren Fehlern zu lernen und daraus die Konsequenzen zu ziehen für einen gesunden Umgang mit der menschlichen Sexualität und damit für den Mittelweg zwischen den beiden Extremen.

Vielleicht wäre dann unsere Gesellschaft auf einem gesunden Weg des Miteinanders und die Sexualität hätte ihren Stellenwert - nicht zu hoch (wie die Gesellschaft es heute darstell) und nicht zu tief (wie es einstens war mit der "Verteufelung").

Die Adventszeit hat begonnen und sie bedeutet "Warten auf das Ankommen Jesu Christi". Und dieses Warten ist nicht gleichbedeutend mit nichts-tun. Es ist vielmehr ein aktives Warten gemeint indem wir auf die Seite legen, was unserer Lebensaufgabe widerspricht und damit auch unserem Sinn des Lebens widerspricht.

Für Gott sind wir Menschen dermassen wichtig, dass er selbst Mensch wird. Ja, Gott wird Mensch um uns zu zeigen wie wichtig wir ihm sind und wie wir unser menschliches Dasein leben und entfalten können. Wir sind nicht in die Welt gesetzt um Karriere zu machen, nicht um Vermögen anzuhäufen, nicht zu profitieren, nicht zu unserem Ruhme. Wir sind in die Welt gesetzt und hierfür erschaffen worden, dass wir unsere Fähigkeiten und Talente für unsere Mitmenschen und die Schöpfung einsetzen, so dass alle glücklich und zufrieden werden. Und genau dies geht jedoch in unserer Zeit verloren.....

Das Wesentliche der Adventszeit geht verloren, weil wir uns nicht mehr die Zeit nehmen uns über Weihnachten und unser menschliches Dasein Gedanken zu machen, nicht mehr die Zeit nehmen vorbereitet zu sein für dieses ausserordentliche Geschenk, das Gott uns macht: Mensch, du bist geliebt und angenommen.

Das erschreckendste Beispiel für die Nicht-Wahrnehmung dieses Akzentes sind wir Christinnen und Christen, die das grosse Fest von Weihnachten und dessen Vorbereitungszeit - den Advent - zu einem Ort des Konsums reduzieren. Wir zerstören unseren christlichen Wert und unsere christlichen Feste, weil wir sie vom Konsum verdrängen lassen. Mindestens 24 Tage hat man Zeit sich auf Weihnachten vorzubereiten und dann steckt man allen Stress und alles Gedränge in die Abendstunden und die letzten Tage. Es muss eingekauft werden an den Adventssonntagen, es muss eingekauft werden an Heilig Abend, es muss eingekauft werden am 24.12. um 16.00 Uhr. Muss es wirklich????

Nein, es muss nicht erst dann gemacht werden. Es kann schon früher erledigt werden. Und dann bestünde die Möglichkeit, dass die vielen Verkäuferinnen und Verkäufer in den Geschäften auch Weihnachten am Heilig Abend feiern können in ihren Familien. Weihnachten ist das Fest der Solidarität, des Miteinanders und Füreinanders und nicht des Egoismus.

Sehr würde es mich freuen, wenn wir als Christinnen und Christen wieder zu unseren Werten und Festen stehen, sie hochhalten und pflegen - und ihnen den nötigen Raum geben. Ohne Probleme könnten alle Einkäufe bis 24.12. mittags erledigt sein.... - Es ist eine Frage des Wollens und eine Frage des Weihnachtgedankens. Weihnachten - die geweihte Nacht - sie braucht Vorbereitung und Zeit der Aufmerksamkeit. 

 

 

Carpe Diem

kurt vogtAuf diesen Seiten erstelle ich in loser Reihenfolge Blogeinträge zu Reisen, Gedanken oder zum Zeitgeschehen.

Es freut mich, wenn Sie regelmässig vorbei schauen und meine Gedanken und Berichte lesen.

Ihr Kurt Vogt
Pfarrer in der Pfarrei Schlieren

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